Was ist Mollie?

Mollie ist ein europäischer Zahlungsdienstleister, mit dem Unternehmen Online-Zahlungen annehmen und verwalten können. Der Anbieter unterstützt zahlreiche Zahlungsmethoden, darunter Kreditkarten, PayPal, Apple Pay, Klarna und SEPA-Lastschrift. Über eine zentrale Plattform lassen sich Zahlungen aus einem Onlineshop oder anderen digitalen Vertriebskanälen verwalten.

Mollie wurde 2004 in den Niederlanden gegründet und hat seinen Hauptsitz in Amsterdam. Die Plattform richtet sich an kleine und mittelständische Unternehmen ebenso wie an größere Händler und digitale Geschäftsmodelle.

Was ist Mollie

Wie funktioniert Mollie?

Mollie übernimmt die technische Abwicklung von Zahlungen zwischen Kunden, Händlern und den beteiligten Zahlungsnetzwerken beziehungsweise Finanzdienstleistern.

Ein typischer Zahlungsvorgang läuft folgendermaßen ab:

  1. Ein Kunde legt Produkte in den Warenkorb und geht zur Kasse.
  2. Im Checkout wählt er eine der angebotenen Zahlungsmethoden aus.
  3. Mollie leitet die Zahlung technisch weiter und verarbeitet die Rückmeldung des Zahlungsdienstes.
  4. Der Händler erhält den Zahlungsstatus und kann die Bestellung entsprechend bearbeiten.
  5. Mollie zahlt die eingegangenen Beträge nach dem vereinbarten Auszahlungsplan auf das hinterlegte Geschäftskonto aus.

Der genaue Ablauf hängt von der gewählten Zahlungsmethode ab. Bei einer Kartenzahlung gelten beispielsweise andere Prozesse als bei einer SEPA-Lastschrift oder einer Zahlung über Klarna.

Mollie ersetzt dabei nicht das Warenwirtschaftssystem oder die Buchhaltung. Es stellt vielmehr die Zahlungsinfrastruktur bereit und bietet Funktionen zur Verwaltung und Auswertung der Transaktionen.

Welche Zahlungsmethoden bietet Mollie?

Mollie unterstützt zahlreiche internationale und lokale Zahlungsmethoden. Welche davon du aktivieren kannst, hängt unter anderem vom Land, dem Geschäftskonto und dem jeweiligen Produkt ab.

Kredit- und Debitkarten

Zu den unterstützten Karten gehören unter anderem Visa, Mastercard und American Express. Damit können Kunden direkt im Onlineshop bezahlen.

Apple Pay und Google Pay ermöglichen Zahlungen über digitale Wallets. Die tatsächlichen Kosten richten sich bei diesen Wallet-Zahlungen unter anderem nach der hinterlegten Karte.

PayPal

Mollie ermöglicht die Integration von PayPal als zusätzliche Zahlungsmethode. Kunden können damit über ihr PayPal-Konto bezahlen, während der Händler seine Zahlungen zentral über Mollie verwaltet.

Dabei gelten die jeweiligen PayPal-Gebühren zusätzlich zu den Bedingungen, die für die Mollie-Abwicklung vereinbart sind.

Klarna und Rechnungskauf

Mit Klarna können Händler je nach verfügbarer Zahlungsart beispielsweise Kauf auf Rechnung oder spätere Zahlung anbieten. Welche Optionen dem Kunden angezeigt werden, hängt vom Land und den jeweiligen Voraussetzungen ab.

Auch weitere Anbieter für spätere Zahlungen oder Ratenzahlungen können verfügbar sein. Solche Zahlungsarten sind häufig teurer als klassische Banküberweisungen oder bestimmte Kartenzahlungen.

SEPA-Überweisung und Lastschrift

Für den deutschen Markt sind auch Bankzahlungen interessant. Mollie unterstützt SEPA-Banküberweisungen und SEPA-Lastschriften.

Die Lastschrift eignet sich besonders für wiederkehrende Zahlungen, etwa bei Abonnements. Bei einer Banküberweisung veranlasst der Kunde die Zahlung selbst.

Lokale europäische Zahlungsmethoden

Wer international verkauft, kann weitere Zahlungsarten anbieten, die in bestimmten Ländern besonders verbreitet sind. Dazu zählen beispielsweise Bancontact in Belgien, BLIK in Polen und weitere regionale Bank- und Wallet-Lösungen.

Eine aktuelle Übersicht findest du auf der offiziellen Seite zu den Zahlungsmethoden von Mollie.

Welche Funktionen bietet Mollie?

Mollie beschränkt sich nicht auf die technische Abwicklung einzelner Zahlungen. Die Plattform bietet mehrere Funktionen, die Händler für den täglichen Zahlungsverkehr nutzen können.

Online-Zahlungen und Checkout

Über den Mollie-Checkout können Kunden eine passende Zahlungsmethode auswählen und ihre Bestellung bezahlen. Händler können die verfügbaren Zahlungsarten an ihr Geschäft und ihre Zielgruppe anpassen.

Ein verständlicher und unkomplizierter Checkout kann helfen, unnötige Kaufabbrüche zu vermeiden. Ob sich die Conversion tatsächlich verbessert, hängt allerdings auch von Faktoren wie Preisen, Versandkosten, Benutzerfreundlichkeit und Vertrauen ab.

Zahlungslinks

Mit Zahlungslinks kannst du Zahlungen anfordern, ohne dafür zwingend einen vollständigen Onlineshop zu benötigen.

Du erstellst einen Link und versendest ihn beispielsweise per E-Mail oder Nachricht. Der Kunde öffnet die Zahlungsseite und wählt eine verfügbare Zahlungsmethode aus.

Das ist unter anderem für individuelle Bestellungen, Dienstleistungen oder einzelne Rechnungen praktisch.

Wiederkehrende Zahlungen und Abonnements

Mollie unterstützt wiederkehrende Zahlungen. Damit können Unternehmen beispielsweise monatliche Mitgliedschaften, Software-Abonnements oder regelmäßige Dienstleistungen abrechnen.

Je nach Einrichtung lassen sich feste oder variable Beträge und unterschiedliche Abrechnungsintervalle abbilden.

Rechnungen und Zahlungsverwaltung

Mollie stellt Funktionen zur Verwaltung von Zahlungen und zur Rechnungsstellung bereit. Im Dashboard können Händler Transaktionen einsehen, nach bestimmten Vorgängen suchen und Zahlungsdaten auswerten.

Für die Buchhaltung können Daten exportiert und mit geeigneten Systemen weiterverarbeitet werden. Welche Integrationen zur Verfügung stehen, hängt von der eingesetzten Software ab.

Zahlungen vor Ort

Mollie bietet neben Online-Zahlungen auch Lösungen für Zahlungen im stationären Geschäft. Dazu gehören Zahlungsterminals und Tap-to-Pay-Funktionen auf kompatiblen Geräten.

Damit können Händler Online- und Vor-Ort-Zahlungen je nach gewähltem Produkt über Mollie abwickeln.

Mollie Connect für Plattformen

Mit Mollie Connect können Plattformen und Marktplätze Zahlungsfunktionen in ihre eigenen Anwendungen integrieren. Dazu gehören je nach Anwendungsfall beispielsweise die Zuordnung von Zahlungen, Auszahlungen an verschiedene Beteiligte und die Einbindung von Händlern.

Die Lösung richtet sich insbesondere an Unternehmen, die selbst eine Plattform oder ein digitales Geschäftsmodell betreiben.

Was kostet Mollie?

Mollie arbeitet bei seinen Standardtarifen grundsätzlich mit transaktionsabhängigen Gebühren. Für die üblichen Online-Zahlungen fallen laut Anbieter keine monatlichen Grundgebühren an. Du zahlst also in der Regel für erfolgreich verarbeitete Transaktionen und nicht allein für die Bereitstellung des Kontos.

Die genaue Gebühr hängt von der Zahlungsmethode und gegebenenfalls weiteren Merkmalen der Transaktion ab. Für größere Zahlungsvolumen können individuelle Konditionen angeboten werden.

Einige Beispiele aus der deutschen Preisliste:

  • Visa und Mastercard: Für Verbraucherkarten aus dem Europäischen Wirtschaftsraum nennt Mollie 1,80 % plus 0,25 € pro Transaktion.
  • SEPA-Lastschrift: 0,35 € pro Transaktion.
  • SEPA-Banküberweisung: 0,25 € pro Transaktion.
  • Klarna: Für Deutschland, Österreich und die Schweiz nennt Mollie 2,99 % plus 0,35 €.
  • PayPal: Es fallen die PayPal-Gebühren zuzüglich der angegebenen Mollie-Gebühr an.

Diese Beispiele sind keine vollständige Preisliste. Tarife können sich ändern; maßgeblich sind die jeweils geltenden Konditionen von Mollie.

Die aktuellen Kosten findest du direkt in der offiziellen Mollie-Preisliste.

Rechenbeispiel: Was kostet eine Zahlung über Mollie?

Verkaufst du ein Produkt für 100 € und die Gebühr beträgt beispielsweise 1,80 % plus 0,25 €, ergibt sich folgende Rechnung:

  • Transaktionsgebühr: 100 € × 1,80 % = 1,80 €
  • Feste Gebühr: 0,25 €
  • Gesamte Zahlungsgebühr: 2,05 €
  • Verbleibender Betrag vor weiteren Kosten: 97,95 €

Davon können je nach Geschäft weitere Kosten abgehen, beispielsweise für Versand, Einkauf, Retouren oder Steuern.

Das Beispiel gilt nur für die genannte Gebührenstruktur. Bei einer anderen Karte oder Zahlungsmethode kann die Gebühr abweichen.

Mollie in WooCommerce integrieren

Wenn du einen WordPress-Onlineshop mit WooCommerce betreibst, kannst du Mollie über ein entsprechendes Plugin integrieren.

Nach der Einrichtung verbindest du das Plugin mit deinem Mollie-Konto und konfigurierst die gewünschten Zahlungsmethoden. Anschließend können Kunden diese im WooCommerce-Checkout auswählen.

Typischerweise umfasst die Einrichtung folgende Schritte:

  1. Mollie-Konto erstellen und die erforderlichen Unternehmensangaben hinterlegen.
  2. Das offizielle Mollie-Plugin für WooCommerce installieren.
  3. Den Shop mit dem Mollie-Konto verbinden.
  4. Die gewünschten Zahlungsmethoden aktivieren und konfigurieren.
  5. Testzahlungen durchführen und den Bestellstatus überprüfen.

Welche Zahlungsmethoden angezeigt werden, hängt von deiner Konfiguration und der Verfügbarkeit für dein Konto ab.

Eine Integration über ein Plugin ist besonders praktisch, weil Zahlungsstatus und Bestellungen miteinander verknüpft werden können. Prüfe vor dem Livegang trotzdem, ob Rückerstattungen, Stornierungen und die gewünschten Zahlungsmethoden korrekt funktionieren.

Informationen zur Plattform und zu den verfügbaren Integrationen findest du auf der Mollie-Website.

Ist Mollie sicher?

Mollie ist ein regulierter Zahlungsdienstleister und unterliegt den für seine jeweiligen Dienstleistungen geltenden regulatorischen Anforderungen. Mollie B.V. ist bei der niederländischen Zentralbank als E-Geld-Institut registriert und lizenziert.

Für die Verarbeitung von Kartenzahlungen sind Sicherheitsstandards wie PCI DSS relevant. Mollie stellt hierfür eine entsprechende Zahlungsinfrastruktur bereit.

Das bedeutet allerdings nicht, dass jedes Risiko ausgeschlossen ist. Auch bei der Nutzung eines Zahlungsdienstleisters können Betrugsversuche, Rückbuchungen, Zahlungsstreitigkeiten oder zusätzliche Prüfungen auftreten.

Als Händler solltest du deshalb:

  • deine Unternehmensdaten vollständig und korrekt hinterlegen,
  • die Sicherheitsanforderungen deines Shops beachten,
  • Zahlungsstatus und Rückerstattungen kontrollieren,
  • ungewöhnliche Transaktionen prüfen,
  • und die geltenden Vertrags- und Datenschutzbedingungen beachten.

Welche Daten verarbeitet werden und welche Einstellungen verfügbar sind, hängt vom verwendeten Produkt und dem jeweiligen Konto ab.

Welche Vorteile und Nachteile hat Mollie?

Ob Mollie zu deinem Unternehmen passt, hängt davon ab, welche Zahlungsmethoden du benötigst, wie viele Transaktionen du abwickelst und welche technischen Anforderungen dein Shop hat.

Vorteile

  • Viele internationale und regionale Zahlungsmethoden über einen Anbieter
  • Integration in gängige Shopsysteme wie WooCommerce
  • Zahlungslinks und Checkout-Funktionen
  • Unterstützung wiederkehrender Zahlungen
  • Dashboard zur Verwaltung und Auswertung von Transaktionen
  • Standardtarife ohne monatliche Grundgebühr für gewöhnliche Online-Zahlungen
  • Zusätzliche Lösungen für Zahlungen vor Ort und Plattformen

Nachteile und Einschränkungen

  • Die Gebühren unterscheiden sich je nach Zahlungsmethode.
  • Zusätzliche Zahlungsarten können höhere Transaktionskosten verursachen.
  • Für die Nutzung bestimmter Funktionen sind eine Freischaltung oder weitere Einrichtungsschritte erforderlich.
  • Die Verfügbarkeit von Zahlungsmethoden und Funktionen hängt vom Land und Konto ab.
  • Händler müssen die Kosten für den eigenen Zahlungsmix kalkulieren, statt sich nur an einem einzelnen Tarif zu orientieren.

Welche Alternativen gibt es zu Mollie?

Mollie ist nicht der einzige Anbieter, über den sich Online-Zahlungen abwickeln lassen. Je nach Geschäftsmodell kommen verschiedene Alternativen infrage.

Stripe

Stripe bietet Zahlungsabwicklung, APIs und zahlreiche Integrationen für Onlineshops, Plattformen und digitale Geschäftsmodelle. Besonders für individuell entwickelte Anwendungen und abonnementbasierte Geschäftsmodelle ist die Entwicklerplattform relevant.

PayPal

PayPal ist sowohl eine eigenständige Zahlungsmethode als auch ein Anbieter von Zahlungsdiensten für Händler. Es kann direkt eingebunden oder zusätzlich über einen Zahlungsdienstleister angeboten werden.

Adyen

Adyen richtet sich insbesondere an Unternehmen mit komplexeren Zahlungsanforderungen und größeren Transaktionsvolumen. Der Anbieter unterstützt Online- und stationäre Zahlungen über eine gemeinsame Plattform.

Die passende Lösung hängt unter anderem von Gebühren, verfügbaren Zahlungsmethoden, Integration, Auszahlungsbedingungen und Support ab. Vergleiche deshalb die Gesamtkosten und Funktionen anhand deines tatsächlichen Geschäftsmodells.

Häufige Fragen zu Mollie

Was ist Mollie einfach erklärt?

Mollie ist ein Zahlungsdienstleister, über den Unternehmen Zahlungen von Kunden annehmen können. Die Plattform unterstützt unter anderem Kreditkarten, PayPal, SEPA-Lastschrift und weitere Zahlungsmethoden.

Ist Mollie kostenlos?

Die Nutzung der Standardlösung für Online-Zahlungen ist laut Mollie ohne monatliche Grundgebühr möglich. Für erfolgreiche Transaktionen fallen jedoch Gebühren an, deren Höhe von der Zahlungsmethode abhängt.

Kann ich Mollie mit WooCommerce nutzen?

Ja. Mollie lässt sich über ein entsprechendes Plugin in WooCommerce integrieren. Nach der Einrichtung können die aktivierten Zahlungsmethoden im Checkout angeboten werden.

Welche Zahlungsmethoden unterstützt Mollie in Deutschland?

Dazu gehören unter anderem Visa, Mastercard, American Express, PayPal, Apple Pay, Google Pay, Klarna, SEPA-Lastschrift und SEPA-Banküberweisung. Weitere Methoden sind je nach Konto und Verfügbarkeit möglich.

Wie lange dauert eine Auszahlung bei Mollie?

Der Zeitpunkt hängt unter anderem von der Zahlungsmethode, dem Auszahlungsplan und dem Kontostatus ab. Die konkreten Auszahlungstermine und verfügbaren Einstellungen kannst du im Mollie-Dashboard prüfen.

Ist Mollie eine Bank?

Mollie ist ein Zahlungsdienstleister und kein gewöhnliches Girokonto für den alltäglichen Zahlungsverkehr. Mollie B.V. ist als E-Geld-Institut bei der niederländischen Zentralbank registriert und lizenziert.

Für wen eignet sich Mollie?

Mollie eignet sich für Unternehmen, die Zahlungen online oder vor Ort annehmen und mehrere Zahlungsmethoden über eine Plattform verwalten möchten. Dazu zählen Onlineshops, Dienstleister, abonnementbasierte Geschäftsmodelle und Plattformen.

Fazit: Wann lohnt sich Mollie?

Mollie bietet Unternehmen eine zentrale Lösung, um unterschiedliche Zahlungsmethoden in Onlineshops und anderen digitalen Vertriebskanälen anzubieten. Funktionen wie Zahlungslinks, wiederkehrende Zahlungen und die WooCommerce-Integration können die technische Umsetzung vereinfachen.

Ob Mollie wirtschaftlich sinnvoll ist, hängt vor allem von den benötigten Zahlungsmethoden und dem Transaktionsvolumen ab. Da die Gebühren je nach Zahlungsart variieren, solltest du die Kosten anhand deiner tatsächlichen Verkäufe kalkulieren.

Für WooCommerce-Händler ist Mollie besonders dann interessant, wenn mehrere Zahlungsarten ohne separate technische Integrationen angeboten und zentral verwaltet werden sollen.