Klarna ist ein Zahlungsanbieter, mit dem Kunden online einkaufen und je nach Angebot sofort, später oder in Raten bezahlen können. Für Online-Händler ist Klarna vor allem interessant, weil der Kauf auf Rechnung und flexible Zahlungsoptionen die Kaufentscheidung erleichtern können.
In diesem Ratgeber erfährst du, wie Klarna funktioniert, welche Zahlungsarten in Deutschland relevant sind, welche Kosten für Händler entstehen können und worauf du bei der Integration in deinen Online-Shop achten solltest.

Was ist Klarna?
Klarna ist ein schwedischer Zahlungsdienstleister, der verschiedene Bezahlmöglichkeiten für Online-Shops und stationäre Händler anbietet. Das Unternehmen unterstützt unter anderem den Rechnungskauf, Ratenzahlungen und Sofortzahlungen.
Besonders bekannt ist Klarna für das Prinzip „Jetzt kaufen, später bezahlen“ (Buy Now, Pay Later, kurz BNPL). Kunden können ihre Bestellung erhalten und den Betrag zu einem späteren Zeitpunkt begleichen. Alternativ können sie die Kosten auf mehrere Raten verteilen, sofern Klarna diese Option für den jeweiligen Einkauf anbietet.
Für Händler ist Klarna mehr als eine einzelne Zahlungsmethode: Der Anbieter übernimmt je nach gewähltem Modell Teile der Zahlungsabwicklung und des Forderungsmanagements.
Wie funktioniert Klarna?
Der Ablauf hängt davon ab, welche Zahlungsart der Kunde auswählt. Grundsätzlich läuft eine Zahlung in einem Online-Shop folgendermaßen ab:
- Der Kunde legt Produkte in den Warenkorb und geht zur Kasse.
- Er wählt Klarna als Zahlungsanbieter und entscheidet sich für eine verfügbare Zahlungsart.
- Klarna prüft die erforderlichen Angaben und entscheidet, ob die gewählte Zahlungsoption angeboten werden kann.
- Nach erfolgreichem Abschluss wird die Bestellung vom Händler bearbeitet.
- Der Kunde bezahlt Klarna entsprechend den vereinbarten Zahlungsbedingungen.
Bei vielen Händlervereinbarungen erhält der Shop den Kaufbetrag abzüglich der vereinbarten Gebühren, während Klarna die Zahlung vom Kunden einzieht. Die genauen Bedingungen und Auszahlungszeitpunkte hängen vom Vertrag und der verwendeten Integration ab.
Welche Klarna-Zahlungsarten gibt es in Deutschland?
Welche Optionen Kunden nutzen können, hängt unter anderem vom Shop, dem Bestellwert, dem Standort und der individuellen Prüfung durch Klarna ab.
Kauf auf Rechnung
Beim Rechnungskauf erhält der Kunde die Ware zunächst und bezahlt später innerhalb der angegebenen Frist. Bei der in Deutschland angebotenen Klarna-Rechnung beträgt das Zahlungsziel häufig bis zu 30 Tage. Maßgeblich sind die Bedingungen, die beim jeweiligen Kauf angezeigt werden.
Diese Zahlungsart ist besonders für Kunden interessant, die die Ware erst prüfen möchten, bevor sie bezahlen.
Ratenzahlung
Beim Ratenkauf wird der Rechnungsbetrag auf mehrere monatliche Zahlungen verteilt. Je nach Angebot können Zinsen oder andere Finanzierungskosten anfallen. Laufzeit, Ratenhöhe und Konditionen werden dem Kunden vor Abschluss angezeigt.
Für Händler kann diese Option bei höherpreisigen Produkten interessant sein. Kunden sollten dagegen prüfen, wie hoch die Gesamtkosten der Finanzierung ausfallen.
Sofort bezahlen
Klarna bietet je nach Shop auch Möglichkeiten zur direkten Zahlung an, beispielsweise per Lastschrift oder Karte. Die verfügbaren Optionen unterscheiden sich von Händler zu Händler.
Später bezahlen
Bei dieser Variante kauft der Kunde zunächst ein und begleicht den Betrag innerhalb des vereinbarten Zahlungsziels. Ob diese Option verfügbar ist und welche Frist gilt, wird im Checkout angezeigt.
Eine Übersicht über die verfügbaren Möglichkeiten findest du auf der offiziellen Klarna-Website.
Warum sollten Online-Shops Klarna anbieten?
Klarna kann den Bezahlvorgang für Kunden flexibler gestalten. Ob sich die Integration für einen Shop lohnt, hängt allerdings von Zielgruppe, Sortiment, Gebühren und Kaufverhalten ab.
Mehr Auswahl beim Bezahlen
Nicht jeder Kunde möchte direkt per Kreditkarte, PayPal oder Vorkasse bezahlen. Mit Rechnungskauf und Ratenzahlung ergänzt Klarna das vorhandene Zahlungsangebot um weitere Möglichkeiten.
Das kann insbesondere in Deutschland relevant sein, wo viele Kunden den Rechnungskauf schätzen.
Weniger Kaufabbrüche
Wenn Kunden eine passende Zahlungsart finden, kann das die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass sie eine Bestellung abschließen. Klarna allein garantiert allerdings keine höhere Conversion-Rate. Auch Versandkosten, Lieferzeit, Vertrauen und die Benutzerfreundlichkeit des Checkouts beeinflussen die Kaufentscheidung.
Interessant bei höherpreisigen Produkten
Bei Möbeln, Elektronik oder anderen höherpreisigen Artikeln kann eine Ratenzahlung die Anschaffung für manche Kunden besser planbar machen. Händler sollten dabei berücksichtigen, dass eine flexible Finanzierung nicht automatisch zu mehr profitablen Bestellungen führt.
Zahlungsabwicklung über einen Anbieter
Je nach Vereinbarung übernimmt Klarna die Zahlungsabwicklung und zieht offene Beträge von Kunden ein. Das kann den administrativen Aufwand für Händler reduzieren. Retouren, Erstattungen und Zahlungsstreitigkeiten müssen trotzdem korrekt bearbeitet werden.
Was kostet Klarna für Händler?
Klarna berechnet Händlern Gebühren für die Zahlungsabwicklung. Die konkreten Konditionen hängen unter anderem vom Vertrag, dem Land, der Zahlungsart und dem Geschäftsmodell ab.
Anders als bei manchen Zahlungsanbietern gibt es deshalb keinen einheitlichen Gebührensatz, der für alle Shops gilt. Informiere dich vor der Integration über die angebotenen Konditionen und mögliche Zusatzkosten.
Bei der Kalkulation solltest du insbesondere diese Punkte berücksichtigen:
- Transaktionsgebühren: Kosten, die bei einer über Klarna abgewickelten Zahlung entstehen.
- Erstattungen und Retouren: Kläre, wie Gebühren bei stornierten oder zurückerstatteten Bestellungen behandelt werden.
- Zahlungsausfälle und Streitfälle: Prüfe, welche Risiken Klarna übernimmt und welche Pflichten beim Händler verbleiben.
- Auszahlungsbedingungen: Informiere dich, wann und in welcher Höhe die Erlöse ausgezahlt werden.
Vergleiche die Gebühren nicht nur mit denen anderer Zahlungsanbieter. Entscheidend ist, ob zusätzliche Bestellungen und ein möglicher höherer Warenkorb die Kosten rechtfertigen.
Welche Nachteile hat Klarna?
Klarna kann den Checkout sinnvoll ergänzen, ist aber nicht für jeden Online-Shop automatisch die beste Wahl.
Zusätzliche Gebühren
Die Kosten können höher ausfallen als bei einzelnen klassischen Zahlungsarten. Gerade bei geringen Margen solltest du deshalb berechnen, wie viel vom Umsatz nach Abzug der Zahlungsgebühren übrig bleibt.
Nicht jeder Kunde erhält jede Zahlungsoption
Klarna entscheidet anhand verschiedener Kriterien, welche Zahlungsarten für einen konkreten Einkauf verfügbar sind. Händler können daher nicht davon ausgehen, dass jeder Kunde immer Rechnungskauf oder Ratenzahlung auswählen kann.
Zusätzlicher Aufwand bei Retouren
Wenn Kunden Ware zurücksenden, müssen Bestellung, Erstattung und offener Zahlungsbetrag korrekt aufeinander abgestimmt werden. Die Rücksendung sollte deshalb auch im Shopsystem und bei der Zahlungsabwicklung sauber verarbeitet werden.
Abhängigkeit von einem externen Anbieter
Bei der Nutzung von Klarna bist du auf dessen Konditionen, technische Schnittstellen und Prozesse angewiesen. Es ist sinnvoll, weitere geeignete Zahlungsmethoden anzubieten, damit Kunden bei Bedarf ausweichen können.
Wie lässt sich Klarna in einen Online-Shop integrieren?
Klarna kann über unterschiedliche Integrationen in einen Online-Shop eingebunden werden. Welche Lösung infrage kommt, hängt von deinem Shopsystem und dem gewünschten Zahlungsangebot ab.
Klarna mit WooCommerce
Für WooCommerce gibt es Integrationsmöglichkeiten, über die sich unterstützte Klarna-Zahlungsarten im Checkout anbieten lassen. Vor der Einrichtung solltest du prüfen, ob das Plugin mit deiner WooCommerce-Version, deinem Theme und den bereits installierten Zahlungs- und Checkout-Erweiterungen kompatibel ist.
Nach der Einrichtung empfiehlt sich ein vollständiger Test des Bestellablaufs. Prüfe dabei nicht nur die erfolgreiche Zahlung, sondern auch Stornierungen, Rückerstattungen und die Übermittlung des Bestellstatus.
Klarna mit Shopify
Shopify-Händler können Klarna abhängig vom Markt und den verfügbaren Zahlungsdiensten über unterstützte Zahlungsintegrationen einrichten. Welche Optionen tatsächlich zur Verfügung stehen, hängt vom Land, dem Shop und der jeweiligen Konfiguration ab.
Prüfe die aktuellen Voraussetzungen in der Shopify-Dokumentation zu Zahlungsmethoden.
Klarna über einen Zahlungsdienstleister
Alternativ kann Klarna über einen Zahlungsdienstleister eingebunden werden, der die Zahlungsmethode unterstützt. Das kann sinnvoll sein, wenn du neben Klarna weitere Zahlungsarten über eine gemeinsame Schnittstelle verwalten möchtest.
Achte dabei auf die Gebühren des Zahlungsdienstleisters, die verfügbaren Klarna-Produkte und mögliche Einschränkungen bei Funktionen oder Ländern.
Klarna im Vergleich zu PayPal und Stripe
Klarna, PayPal und Stripe erfüllen teilweise ähnliche Aufgaben, setzen aber unterschiedliche Schwerpunkte.
- Klarna: Besonders bekannt für Rechnungskauf, spätere Zahlung und Ratenzahlung.
- PayPal: Ein weit verbreiteter Zahlungsdienst mit eigenem Wallet und verschiedenen ergänzenden Bezahloptionen.
- Stripe: Eine Zahlungsplattform mit vielen Integrationsmöglichkeiten, Kartenverarbeitung und umfangreichen Schnittstellen für individuelle Anwendungen.
Die Anbieter schließen sich nicht grundsätzlich gegenseitig aus. Ein Online-Shop kann mehrere davon anbieten, sofern die Kosten und die technische Integration sinnvoll sind. Wichtig ist, dass du nicht zu viele ähnliche Zahlungsoptionen ohne klaren Mehrwert einbindest.
Ist Klarna sicher?
Klarna führt je nach Zahlungsart Prüfungen durch und setzt Verfahren zur Erkennung verdächtiger Transaktionen ein. Bei Rechnungskauf und Finanzierung kann eine Bonitäts- oder Identitätsprüfung erforderlich sein.
Das bedeutet allerdings nicht, dass jede Zahlung garantiert risikofrei ist. Händler sollten die Sicherheits- und Datenschutzanforderungen ihrer gesamten Shop- und Zahlungsumgebung beachten. Kunden wiederum sollten die Zahlungsfrist und die Vertragsbedingungen prüfen und offene Beträge rechtzeitig begleichen.
Häufige Fragen zu Klarna
Was ist Klarna einfach erklärt?
Klarna ist ein Zahlungsanbieter, mit dem Kunden in teilnehmenden Shops direkt, auf Rechnung oder in Raten bezahlen können. Welche Optionen verfügbar sind, hängt vom jeweiligen Einkauf ab.
Ist Klarna für Händler kostenlos?
Nein. Händler zahlen für die über Klarna abgewickelten Zahlungen in der Regel vertraglich vereinbarte Gebühren. Die Höhe hängt von den jeweiligen Konditionen ab.
Wann erhält ein Händler sein Geld von Klarna?
Der Auszahlungszeitpunkt hängt von der Händlervereinbarung und der verwendeten Integration ab. Prüfe die konkreten Auszahlungsbedingungen vor der Einrichtung.
Können Kunden immer mit Klarna auf Rechnung bezahlen?
Nein. Klarna prüft, welche Zahlungsoptionen im konkreten Fall angeboten werden können. Deshalb kann der Rechnungskauf bei einer Bestellung verfügbar sein und bei einer anderen nicht.
Funktioniert Klarna mit WooCommerce?
Ja, Klarna lässt sich über unterstützte Integrationen in WooCommerce einbinden. Vor der Installation solltest du die Kompatibilität, die verfügbaren Zahlungsarten und die Konditionen prüfen.
Ist Klarna dasselbe wie ein Zahlungsanbieter wie Stripe?
Beide bieten Lösungen für die Zahlungsabwicklung an, haben aber unterschiedliche Schwerpunkte. Klarna ist besonders für Rechnungskauf und flexible Zahlungsmodelle bekannt, während Stripe viele allgemeine Zahlungsfunktionen und Entwicklerschnittstellen bereitstellt.
Fazit: Wann lohnt sich Klarna für deinen Online-Shop?
Klarna kann eine sinnvolle Ergänzung für Online-Shops sein, die ihren Kunden Rechnungskauf, spätere Zahlung oder Ratenzahlung anbieten möchten. Besonders bei Sortimenten, bei denen Kunden Wert auf flexible Bezahlung legen, kann der Dienst einen Mehrwert bieten.
Entscheidend ist jedoch nicht allein die Anzahl der verfügbaren Zahlungsarten. Vergleiche die Gebühren, prüfe die Integration und beobachte, ob Klarna tatsächlich zu mehr abgeschlossenen Bestellungen beiträgt. So kannst du beurteilen, ob sich der Zahlungsanbieter für deinen Shop wirtschaftlich lohnt.






