Die besten Warenwirtschaftssysteme: WaWi-Vergleich

Ein leistungsfähiges Warenwirtschaftssystem bildet das digitale Rückgrat jedes modernen Handelsunternehmens.

In diesem umfassenden Vergleich erfährst du, welche Warenwirtschaftssysteme 2026 für kleine Unternehmen, Online-Händler und den Mittelstand besonders empfehlenswert sind, welche Funktionen du wirklich benötigst und wie du die beste Software für deine Anforderungen auswählst.

Die besten Warenwirtschaftssysteme

Die besten Warenwirtschaftssysteme 2026 im Überblick

Es gibt nicht das eine beste Warenwirtschaftssystem für jedes Unternehmen. Die Anforderungen eines kleinen Online-Shops unterscheiden sich erheblich von denen eines Handelsunternehmens mit mehreren Lagern, Filialen und internationalen Verkaufskanälen.

WarenwirtschaftssystemGeeignet fürBesonderheiten
JTL-WawiOnlinehandel, KMUUmfangreiche Warenwirtschaft und E-Commerce-Anbindungen
XentralE-Commerce, D2C, wachsende UnternehmenCloud-ERP für komplexere Handelsprozesse
weclappKMU und Dienstleistung/HandelCloud-ERP mit Warenwirtschaft und CRM
BillbeeKleine OnlinehändlerEinfacher Einstieg und viele Shop-/Marktplatz-Anbindungen
PickwareShopware-HändlerWarenwirtschaft direkt für das Shopware-Ökosystem
LexwareKleine Unternehmen und HandelWarenwirtschaft und kaufmännische Funktionen
Sage 100MittelstandUmfangreiches ERP mit Warenwirtschaft
Microsoft Dynamics 365 Business CentralMittelstand und größere UnternehmenUmfangreiches ERP und hohe Erweiterbarkeit

Kurzempfehlung

Für kleine Online-Shops: Billbee oder JTL-Wawi

Für E-Commerce und Multichannel: JTL-Wawi, Xentral oder Pickware

Für wachsende KMU: weclapp oder Xentral

Für den klassischen Mittelstand: Sage 100 oder Microsoft Dynamics 365 Business Central

Welche Lösung tatsächlich am besten passt, hängt vor allem von Sortiment, Bestellvolumen, Verkaufskanälen, Lagerstruktur und gewünschten Schnittstellen ab.


Was ist ein Warenwirtschaftssystem?

Ein Warenwirtschaftssystem (WaWi oder WWS) ist eine Software zur Verwaltung des Warenflusses eines Unternehmens.

Dabei geht es beispielsweise um:

  • Artikel und Produktdaten
  • Lagerbestände
  • Einkauf und Lieferanten
  • Wareneingang
  • Kundenbestellungen
  • Auftragsabwicklung
  • Kommissionierung
  • Versand
  • Retouren
  • Rechnungen
  • Bestandsauswertungen

Das Ziel ist, alle relevanten Informationen möglichst zentral zu verwalten.

Verkauft ein Kunde beispielsweise einen Artikel über den Online-Shop, kann die Warenwirtschaft den Auftrag übernehmen, den Bestand reduzieren, einen Versandauftrag erzeugen und anschließend Informationen an weitere Systeme übergeben.

Dadurch entfällt viel manuelle Arbeit.

Der Warenfluss mit einer WaWi

Ein typischer Prozess sieht so aus:

Lieferant → Einkauf → Wareneingang → Lager → Kundenbestellung → Kommissionierung → Versand → Rechnung → Retouren

Eine moderne Warenwirtschaft bildet möglichst viele dieser Schritte digital ab.

Je nach System können außerdem Online-Shops, Marktplätze, Zahlungsanbieter, Versanddienstleister, Buchhaltung und CRM-Systeme angebunden werden.


Was ist der Unterschied zwischen WaWi und ERP?

Die Begriffe Warenwirtschaft und ERP werden häufig synonym verwendet. Ganz identisch sind sie jedoch nicht.

Eine klassische Warenwirtschaft konzentriert sich hauptsächlich auf den Warenfluss:

  • Einkauf
  • Lager
  • Artikel
  • Verkauf
  • Versand
  • Bestände

Ein ERP-System (Enterprise Resource Planning) geht deutlich weiter.

Neben der Warenwirtschaft können beispielsweise folgende Bereiche integriert sein:

  • Finanzbuchhaltung
  • Controlling
  • CRM
  • Produktion
  • Projekte
  • Personal
  • Einkauf
  • Vertrieb
  • Lager
  • Reporting

Die Grenzen sind inzwischen allerdings fließend.

Cloud-Systeme wie Xentral oder weclapp verbinden beispielsweise Warenwirtschaft mit weiteren Unternehmensfunktionen. Bei größeren Unternehmen kommen umfassende ERP-Plattformen wie Microsoft Dynamics 365 Business Central oder Sage 100 infrage.

Faustregel: Wenn du hauptsächlich Waren, Lager und Bestellungen verwalten möchtest, reicht häufig eine WaWi. Wenn du mehrere Unternehmensbereiche zentral steuern möchtest, ist ein ERP-System meist die bessere langfristige Lösung.


Die besten Warenwirtschaftssysteme im Detail

1. JTL-Wawi

JTL-Wawi gehört zu den bekannten Warenwirtschaftslösungen im deutschen E-Commerce.

Das System richtet sich insbesondere an Händler, die Produkte über eigene Shops und verschiedene Marktplätze verkaufen. Die Warenwirtschaft kann dabei als zentrale Stelle für Artikel, Bestände, Aufträge und Kunden dienen.

Interessant ist JTL-Wawi insbesondere in Verbindung mit weiteren Lösungen aus dem JTL-Ökosystem.

Vorteile

  • umfangreiche Warenwirtschaft
  • starke E-Commerce-Ausrichtung
  • Verwaltung von Artikeln und Beständen
  • Multichannel-Unterstützung
  • verschiedene Erweiterungsmöglichkeiten
  • für kleinere und größere Händler interessant

Nachteile

  • teilweise höhere Komplexität als bei einfachen Cloud-WaWis
  • Einrichtung und Konfiguration können Einarbeitung erfordern
  • Gesamtkosten hängen vom konkreten Setup ab

Geeignet für: Onlinehändler, Marktplatzhändler und Unternehmen mit umfangreicherem Warenfluss.


2. Xentral

Xentral ist eine cloudbasierte ERP-Plattform mit starkem Fokus auf E-Commerce und wachsende Unternehmen.

Das System verbindet verschiedene Geschäftsprozesse und kann unter anderem für Aufträge, Lager, Einkauf, Versand und weitere Unternehmensbereiche eingesetzt werden.

Besonders interessant ist Xentral für Unternehmen, die über mehrere Verkaufskanäle verkaufen und ihre Prozesse stärker automatisieren möchten.

Vorteile

  • Cloud-basiert
  • E-Commerce-Fokus
  • zentrale Verwaltung verschiedener Geschäftsprozesse
  • Automatisierung
  • Schnittstellen und Integrationen
  • für wachsende Unternehmen geeignet

Nachteile

  • für einen sehr kleinen Shop möglicherweise überdimensioniert
  • Kosten und Implementierungsaufwand steigen mit dem Funktionsumfang
  • komplexere Anforderungen können eine strukturierte Einführung erfordern

Geeignet für: D2C-Marken, E-Commerce-Unternehmen und wachsende Handelsunternehmen.


3. weclapp

weclapp kombiniert Warenwirtschaft mit weiteren ERP- und CRM-Funktionen.

Die Cloud-Lösung richtet sich vor allem an kleine und mittlere Unternehmen, die verschiedene Geschäftsprozesse in einer Plattform abbilden möchten.

Neben Waren und Beständen können unter anderem Kunden, Aufträge, Angebote und weitere kaufmännische Prozesse verwaltet werden.

Vorteile

  • Cloud-Software
  • Warenwirtschaft und ERP-Funktionen
  • integriertes CRM
  • zentrale Datenverwaltung
  • für wachsende Unternehmen geeignet

Nachteile

  • nicht für jeden kleinen Händler notwendig
  • Funktionsumfang kann für Einsteiger zunächst umfangreich wirken
  • konkrete Kosten hängen vom gewählten Paket und Nutzerumfang ab

Geeignet für: KMU, Handelsunternehmen und Unternehmen, die Warenwirtschaft und CRM kombinieren möchten.


4. Billbee

Billbee richtet sich vor allem an kleine und mittlere Onlinehändler.

Der Schwerpunkt liegt auf der Automatisierung von Bestellungen, Rechnungen, Versand und weiteren Abläufen im E-Commerce.

Besonders interessant ist Billbee für Händler, die mehrere Shops oder Marktplätze nutzen und eine möglichst einfache zentrale Verwaltung suchen.

Vorteile

  • vergleichsweise einfacher Einstieg
  • E-Commerce-Fokus
  • zahlreiche Integrationen
  • Automatisierung von Standardprozessen
  • interessant für kleinere Händler

Nachteile

  • bei sehr komplexen Lager- und Unternehmensstrukturen können Grenzen entstehen
  • kein klassisches Großunternehmen-ERP
  • Kosten hängen unter anderem vom Nutzungsumfang ab

Geeignet für: Startups, Solo-Selbstständige und kleine bis mittlere Onlinehändler.


5. Pickware

Pickware ist besonders eng mit dem Shopware-Ökosystem verbunden.

Für Händler, die Shopware einsetzen, kann eine spezialisierte Warenwirtschaft interessant sein, weil Shop, Lager und weitere Prozesse miteinander verbunden werden können.

Je nach Lösung und Konfiguration lassen sich beispielsweise Warenwirtschaft, Versand und weitere Handelsprozesse abbilden.

Vorteile

  • starke Shopware-Integration
  • auf E-Commerce spezialisiert
  • Verbindung von Shop und Warenwirtschaft
  • für wachsende Onlinehändler interessant

Nachteile

  • besonders attraktiv innerhalb des Shopware-Ökosystems
  • für andere Shop-Systeme sind alternative Lösungen möglicherweise sinnvoller

Geeignet für: Shopware-Händler und professionelle Online-Shops.


6. Lexware Warenwirtschaft

Lexware bietet verschiedene kaufmännische Softwarelösungen für kleine Unternehmen und den Mittelstand.

Eine Warenwirtschaftslösung von Lexware kann insbesondere dann interessant sein, wenn neben Lager und Aufträgen auch kaufmännische Prozesse eine wichtige Rolle spielen.

Vorteile

  • etablierter Anbieter
  • auf deutsche Unternehmen ausgerichtet
  • kaufmännische Funktionen
  • Warenwirtschaft und Auftragsbearbeitung
  • für kleinere Unternehmen interessant

Nachteile

  • je nach Anforderung weniger E-Commerce-orientiert als spezialisierte Lösungen
  • bei sehr komplexen Multichannel-Prozessen sollte die konkrete Schnittstellenlandschaft geprüft werden

Geeignet für: Kleine Unternehmen, Händler und Betriebe mit klassischen kaufmännischen Anforderungen.


7. Sage 100

Sage 100 richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen mit höheren Anforderungen an ERP und Warenwirtschaft.

Die Lösung kann verschiedene Unternehmensbereiche miteinander verbinden und ist deshalb eher für Unternehmen interessant, die über eine reine Lagerverwaltung hinausgehen möchten.

Vorteile

  • umfangreiche ERP-Funktionen
  • Warenwirtschaft
  • Finanz- und Unternehmensprozesse
  • Reporting
  • Erweiterbarkeit
  • für den Mittelstand geeignet

Nachteile

  • höhere Komplexität
  • Einführung kann mehr Planung erfordern
  • für sehr kleine Unternehmen häufig überdimensioniert

Geeignet für: Mittelständische Handels- und Produktionsunternehmen.


8. Microsoft Dynamics 365 Business Central

Microsoft Dynamics 365 Business Central ist ein umfassendes ERP-System für kleine und mittlere Unternehmen sowie größere Organisationen mit entsprechendem Bedarf.

Neben Warenwirtschaft und Lager lassen sich zahlreiche weitere Unternehmensprozesse abbilden.

Besonders interessant ist Business Central für Unternehmen, die bereits stark mit Microsoft-Produkten arbeiten oder eine umfangreiche ERP-Plattform benötigen.

Vorteile

  • umfassendes ERP
  • Warenwirtschaft und Lager
  • Finanzmanagement
  • umfangreiche Integrationen
  • hohe Erweiterbarkeit
  • Microsoft-Ökosystem

Nachteile

  • deutlich komplexer als einfache WaWi-Lösungen
  • Implementierung kann aufwendig sein
  • häufig Partner und individuelle Einrichtung notwendig

Geeignet für: Mittelständische und größere Unternehmen mit komplexeren Anforderungen.


Warenwirtschaftssysteme nach Unternehmensgröße

Nicht jede Firma braucht dieselbe Software.

Für Startups und kleine Online-Shops

Wenn du nur wenige Bestellungen pro Tag bearbeitest, solltest du zunächst auf eine einfache Lösung setzen.

Interessant sind beispielsweise:

  • Billbee
  • JTL-Wawi
  • einfache Shop-eigene Bestandsverwaltung

Entscheidend ist, dass die Software deine wichtigsten Verkaufskanäle unterstützt.

Für wachsende Onlinehändler

Mit zunehmendem Bestellvolumen werden Automatisierung und Multichannel-Funktionen wichtiger.

Interessante Lösungen sind beispielsweise:

  • JTL-Wawi
  • Xentral
  • weclapp
  • Pickware

Hier solltest du besonders auf Lagerprozesse, Versand, Retouren und Schnittstellen achten.

Für den Mittelstand

Bei komplexeren Strukturen reicht eine reine WaWi häufig nicht mehr aus.

Dann kommen ERP-Systeme wie:

  • Sage 100
  • Microsoft Dynamics 365 Business Central
  • umfangreichere weclapp- oder Xentral-Setups

in Betracht.


Welche Funktionen sollte eine gute Warenwirtschaft 2026 bieten?

Die wichtigsten Funktionen hängen von deinem Geschäftsmodell ab. Einige Bereiche gehören jedoch fast immer zu einer modernen WaWi.

1. Lagerverwaltung

Die Lagerverwaltung ist das Herzstück einer Warenwirtschaft.

Das System sollte unter anderem zeigen können:

  • aktueller Bestand
  • reservierte Ware
  • verfügbare Ware
  • Wareneingänge
  • Warenabgänge
  • Lagerorte
  • Mindestbestände

Bei komplexeren Unternehmen sind zusätzlich mehrere Lager, Chargen, Seriennummern oder Mindesthaltbarkeitsdaten relevant.

2. Artikelverwaltung

Alle wichtigen Produktinformationen sollten zentral gepflegt werden können.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Artikelnummer
  • EAN/GTIN
  • Einkaufspreis
  • Verkaufspreis
  • Varianten
  • Produktbeschreibungen
  • Lieferanten
  • Lagerbestand
  • Gewicht und Abmessungen

3. Einkauf

Eine gute Warenwirtschaft unterstützt dich bei der Beschaffung.

Typische Funktionen sind:

  • Lieferantenverwaltung
  • Bestellungen
  • Lieferzeiten
  • Einkaufspreise
  • Wareneingang
  • Nachbestellungen

Je nach System können Mindestbestände oder andere Regeln automatische Bestellvorschläge auslösen.

4. Auftragsverwaltung

Kundenaufträge sollten möglichst automatisch übernommen und verarbeitet werden.

Idealerweise werden dabei gleichzeitig:

Bestellung → Bestand → Rechnung → Versand

miteinander verknüpft.

5. Versand und Retouren

Besonders im E-Commerce ist eine effiziente Versandabwicklung wichtig.

Schnittstellen zu Versanddienstleistern können beispielsweise Versandlabels erzeugen und Trackinginformationen zurück an Shop oder Kunden übertragen.

Auch Retouren sollten möglichst strukturiert erfasst werden.

6. Multichannel

Wenn du über mehrere Kanäle verkaufst, sollte die Warenwirtschaft diese möglichst zentral verwalten.

Zum Beispiel:

  • eigener Online-Shop
  • Amazon
  • eBay
  • weitere Marktplätze
  • stationärer Verkauf

Besonders wichtig ist dabei die Bestandssynchronisierung, damit ein Produkt nicht gleichzeitig auf mehreren Kanälen verkauft wird, obwohl es nur noch einmal vorhanden ist.

7. Buchhaltung und DATEV

Die Warenwirtschaft muss nicht zwingend eine vollständige Finanzbuchhaltung enthalten.

Wichtig ist aber eine zuverlässige Verbindung zu deiner Buchhaltung.

Für deutsche Unternehmen kann beispielsweise eine DATEV-Schnittstelle relevant sein.

8. Reporting

Gute Auswertungen helfen dir dabei, dein Unternehmen besser zu steuern.

Interessante Kennzahlen sind unter anderem:

  • Umsatz
  • Rohertrag
  • Lagerwert
  • Lagerumschlag
  • Retourenquote
  • Bestellvolumen
  • Bestseller
  • Ladenhüter

KI in der Warenwirtschaft: Was bringt das 2026?

Künstliche Intelligenz spielt auch in ERP- und Warenwirtschaftssystemen eine zunehmend wichtige Rolle.

Dabei solltest du allerdings zwischen sinnvollen Automatisierungen und Marketingbegriffen unterscheiden.

Mögliche KI-Anwendungen sind:

Nachfrageprognosen

Systeme können historische Verkaufsdaten analysieren und daraus Prognosen für zukünftige Nachfrage ableiten.

Das kann bei der Einkaufsplanung helfen.

Automatische Bestellvorschläge

Auf Grundlage von Bestand, Verkaufszahlen, Lieferzeiten und weiteren Daten können Systeme Vorschläge für Nachbestellungen erstellen.

Produkttexte

KI kann Produktbeschreibungen, Varianten oder andere Inhalte vorbereiten.

Datenanalyse

KI-Assistenten können dabei helfen, Geschäftsdaten in natürlicher Sprache auszuwerten.

Beispielsweise:

„Welche Produkte hatten im letzten Quartal die höchste Retourenquote?“

Automatisierung

KI kann perspektivisch dabei helfen, Prozesse zu erkennen und geeignete Aktionen vorzuschlagen.

Wichtig: KI sollte kein Auswahlkriterium Nummer eins sein. Ein Warenwirtschaftssystem mit perfekten KI-Funktionen bringt wenig, wenn Shop, Lager, Buchhaltung und Versand nicht zuverlässig integriert werden können.


Was kostet ein Warenwirtschaftssystem?

Die Kosten lassen sich nicht pauschal angeben.

Sie hängen unter anderem ab von:

  • Anzahl der Benutzer
  • Anzahl der Aufträge
  • Anzahl der Lager
  • benötigten Modulen
  • Schnittstellen
  • Support
  • Datenmigration
  • Einrichtung
  • individuellen Anpassungen

Einfachere Cloud-Lösungen können mit vergleichsweise niedrigen monatlichen Gebühren starten. Umfangreiche ERP-Systeme können dagegen deutlich höhere laufende und einmalige Kosten verursachen.

Neben der Lizenz solltest du deshalb immer die Total Cost of Ownership (TCO) betrachten.

Dazu gehören:

Software + Einrichtung + Migration + Schnittstellen + Schulung + Support + laufende Betreuung

Eine vermeintlich günstige Software kann teuer werden, wenn viele Prozesse manuell bleiben.


Cloud oder On-Premise?

Für viele kleine und mittlere Unternehmen ist eine Cloud-Lösung heute die naheliegende Variante.

Vorteile der Cloud

  • schneller Start
  • keine eigene Serverhardware notwendig
  • automatische Updates
  • Zugriff von verschiedenen Standorten
  • einfache Skalierung
  • planbare laufende Kosten

Vorteile von On-Premise

Eine lokal installierte Lösung kann dagegen interessant sein, wenn ein Unternehmen besondere Anforderungen an Infrastruktur, Integration oder Datenhaltung hat.

Allerdings bedeutet On-Premise auch mehr Verantwortung für:

  • Server
  • Backups
  • Updates
  • Sicherheit
  • Wartung
  • IT-Infrastruktur

Empfehlung: Für die meisten kleineren und mittleren Unternehmen lohnt es sich, zuerst Cloud-Systeme zu prüfen. Ob On-Premise sinnvoller ist, hängt von den individuellen Anforderungen ab.


Wann lohnt sich ein Warenwirtschaftssystem?

Es gibt keine feste Bestellmenge, ab der du zwingend eine WaWi brauchst.

Schon ein kleines Unternehmen kann von einer Warenwirtschaft profitieren, wenn beispielsweise:

  • viele unterschiedliche Artikel verwaltet werden
  • mehrere Verkaufskanäle existieren
  • ein eigenes Lager vorhanden ist
  • häufig Bestellungen eingehen
  • Mitarbeiter gemeinsam mit Beständen arbeiten
  • Retouren regelmäßig vorkommen
  • Bestellungen manuell in mehrere Systeme übertragen werden müssen

Ein guter Indikator ist daher nicht die Zahl der Bestellungen allein.

Wenn du beispielsweise nur 20 Bestellungen am Tag hast, aber über drei Marktplätze verkaufst und mehrere Lagerorte verwaltest, kann eine WaWi bereits sehr sinnvoll sein.


So findest du das richtige Warenwirtschaftssystem

Bevor du dich für einen Anbieter entscheidest, solltest du deine Prozesse dokumentieren.

1. Verkaufskanäle analysieren

Wo verkaufst du?

  • eigener Shop
  • Amazon
  • eBay
  • stationäres Geschäft
  • Großhandel
  • B2B-Shop

Prüfe anschließend, ob das gewünschte System diese Kanäle direkt oder über zuverlässige Schnittstellen unterstützt.

2. Lagerprozesse definieren

Wie sieht dein Lager aus?

  • ein Lager oder mehrere?
  • einfache Regale oder komplexes Lager?
  • Seriennummern?
  • Chargen?
  • MHD?
  • Kommissionierung?
  • Scanner?

Je komplexer dein Lager, desto wichtiger wird eine professionelle Lösung.

3. Integrationen prüfen

Schnittstellen sind häufig wichtiger als einzelne Zusatzfunktionen.

Prüfe unter anderem:

  • Shop-System
  • Marktplätze
  • Buchhaltung
  • DATEV
  • Versanddienstleister
  • Zahlungsanbieter
  • CRM
  • ERP
  • Fulfillment

4. Datenmigration berücksichtigen

Der Wechsel auf eine neue Warenwirtschaft bedeutet häufig, dass bestehende Daten übernommen werden müssen.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Artikel
  • Kunden
  • Lieferanten
  • Lagerbestände
  • Aufträge
  • Preise

Je sauberer deine Stammdaten sind, desto einfacher wird die Einführung.

5. Testphase nutzen

Wenn möglich, solltest du die Software mit echten Beispielszenarien testen.

Nicht nur:

„Kann das System einen Artikel anlegen?“

Sondern:

„Was passiert, wenn ein Kunde einen Artikel über meinen Shop bestellt, die Ware im Lager reserviert wird, das Versandlabel entsteht, die Rechnung erzeugt wird und anschließend eine Retoure eintrifft?“

Solche End-to-End-Tests zeigen schnell, ob eine Lösung wirklich zu deinem Unternehmen passt.


Häufige Fehler bei der Auswahl

Nur auf den Preis achten

Die günstigste Software ist nicht automatisch die günstigste Lösung.

Wenn Mitarbeiter täglich viele manuelle Schritte erledigen müssen, entstehen langfristig hohe Kosten.

Zu viele Funktionen kaufen

Umgekehrt solltest du auch kein überdimensioniertes ERP anschaffen, wenn du nur wenige Artikel und Bestellungen verwaltest.

Mehr Funktionen bedeuten häufig mehr Komplexität.

Schnittstellen unterschätzen

Eine Warenwirtschaft kann auf dem Papier hervorragend sein und trotzdem ungeeignet sein, wenn die benötigten Systeme nicht sauber angebunden werden können.

Stammdaten vernachlässigen

Fehlerhafte Artikelnummern, doppelte Produkte oder falsche Bestände können eine Einführung erheblich erschweren.

Mitarbeiter nicht einbeziehen

Die beste Software funktioniert nicht, wenn das Lagerteam oder der Vertrieb sie nicht akzeptiert.

Beziehe deshalb die späteren Nutzer möglichst früh in die Auswahl ein.


FAQ: Häufige Fragen zu Warenwirtschaftssystemen

Was ist eine WaWi?

WaWi ist die Kurzform für Warenwirtschaftssystem. Eine WaWi verwaltet den Warenfluss eines Unternehmens – beispielsweise Einkauf, Lager, Bestände, Verkauf, Versand und Retouren.

Was ist das beste Warenwirtschaftssystem?

Das hängt vom Unternehmen ab. Für kleine Onlinehändler können Billbee oder JTL-Wawi interessant sein. Wachsende E-Commerce-Unternehmen sollten unter anderem Xentral, weclapp oder Pickware prüfen. Für komplexere mittelständische Unternehmen kommen beispielsweise Sage 100 oder Microsoft Dynamics 365 Business Central infrage.

Gibt es kostenlose Warenwirtschaftssysteme?

Ja, es gibt Lösungen beziehungsweise Varianten mit kostenlosen Einstiegsoptionen. Dabei solltest du allerdings immer prüfen, welche Funktionen, Schnittstellen und laufenden Kosten tatsächlich enthalten sind.

„Kostenlos“ bedeutet nicht automatisch, dass der gesamte Betrieb kostenlos ist.

Welche Warenwirtschaft eignet sich für Online-Shops?

Für Online-Shops sind vor allem E-Commerce-orientierte Systeme interessant. Dazu gehören beispielsweise JTL-Wawi, Billbee, Xentral und Pickware. Die richtige Wahl hängt insbesondere vom verwendeten Shop-System und den Marktplätzen ab.

Brauche ich eine WaWi für Shopify?

Nicht zwingend. Bei einem kleinen Shop kann die integrierte Bestandsverwaltung zunächst ausreichen.

Sobald du jedoch mehrere Verkaufskanäle, ein komplexeres Lager, viele Produkte oder umfangreiche Automatisierungen benötigst, kann eine externe Warenwirtschaft sinnvoll werden.

Brauche ich eine WaWi für Amazon?

Bei wenigen Produkten und überschaubarem Bestellvolumen kann die Amazon-eigene Verwaltung zunächst ausreichen.

Bei mehreren Verkaufskanälen und größerem Sortiment wird eine zentrale Warenwirtschaft zunehmend interessant.

Wie lange dauert die Einführung?

Eine einfache Cloud-Lösung kann teilweise schnell eingerichtet werden. Bei komplexeren Systemen können Datenmigration, Schnittstellen, individuelle Anpassungen und Schulungen mehrere Wochen oder länger benötigen.

Die Dauer hängt stark von der Ausgangssituation und dem Projektumfang ab.

Was ist wichtiger: WaWi oder ERP?

Das hängt von deinen Anforderungen ab.

Wenn du hauptsächlich Waren und Lager verwalten möchtest, reicht eine WaWi häufig aus.

Wenn zusätzlich Finanzen, CRM, Produktion, Projekte oder andere Unternehmensbereiche integriert werden sollen, kann ein ERP-System sinnvoller sein.

Ist eine Cloud-Warenwirtschaft sicher?

Eine Cloud-WaWi kann sehr sicher betrieben werden. Entscheidend sind unter anderem Verschlüsselung, Zugriffskontrollen, Backups, Rechenzentrumsstandort und Sicherheitsprozesse des Anbieters.

Auch dein eigenes Unternehmen muss für sichere Benutzerkonten, Berechtigungen und Zugänge sorgen.


Fazit: Welche Warenwirtschaft passt zu deinem Unternehmen?

Ein Warenwirtschaftssystem sollte nicht möglichst viele Funktionen besitzen, sondern deine tatsächlichen Prozesse möglichst gut abbilden.

Für kleine Onlinehändler können Billbee oder JTL-Wawi interessante Einstiegsoptionen sein.

Wachsende E-Commerce-Unternehmen sollten sich unter anderem Xentral, weclapp und Pickware ansehen.

Für mittelständische Unternehmen mit umfangreicheren Anforderungen kommen Sage 100 oder Microsoft Dynamics 365 Business Central infrage.

Entscheidend sind dabei weniger einzelne Marketingfunktionen als die täglichen Abläufe:

Wie kommen Bestellungen ins System? Wie wird der Bestand aktualisiert? Wie wird kommissioniert? Wie werden Versand und Retouren abgewickelt? Wie gelangen die Daten in die Buchhaltung?