Mit unserem Lagerkostenrechner kannst du schnell ermitteln, wie hoch deine jährlichen Lagerkosten und Kapitalbindungskosten sind. Gib dafür deine wichtigsten Kostenpositionen und den durchschnittlichen Wert deines Warenbestands ein.
Der Rechner eignet sich für eine erste Kalkulation, die Kostenplanung, Preiskalkulation und Optimierung deiner Lagerhaltung.

Lagerkosten jetzt berechnen
Miete (€/Jahr):
Lagerpersonal (€/Jahr):
Energiekosten (€/Jahr):
Verwaltungskosten (€/Jahr):
Versicherungskosten (€/Jahr):
Ø Wert des eingelagerten Warenbestands (€):
Nicht die Lagerkosten selbst, sondern der durchschnittliche Warenwert. Daraus werden die Kapitalbindungskosten berechnet.
Kapitalkostensatz (% p.a.):
Für eine überschlägige Berechnung kannst du beispielsweise 6–10 % pro Jahr ansetzen.
Lagerkosten berechnen
Was sind Lagerkosten?
Lagerkosten sind alle Kosten, die durch die Lagerung und Verwaltung von Waren und Beständen entstehen. Dazu gehören nicht nur die Kosten für die Lagerfläche, sondern beispielsweise auch Personal, Energie, Versicherung und Verwaltung.
Zusätzlich entstehen Kapitalbindungskosten. Sie berücksichtigen, dass Kapital im Warenbestand gebunden ist und während dieser Zeit nicht für andere Zwecke zur Verfügung steht.
Für eine realistische Kalkulation solltest du deshalb zwischen den direkten Lagerkosten und den Kosten für gebundenes Kapital unterscheiden.
Zu den wichtigsten Kosten gehören:
- Raumkosten: Miete, Nebenkosten oder Abschreibungen
- Personalkosten: Löhne und Gehälter des Lagerpersonals
- Energiekosten: Strom, Heizung, Kühlung und Beleuchtung
- Verwaltungskosten: Software, Verwaltung und Organisation
- Versicherungskosten: beispielsweise gegen Diebstahl oder Schäden
- Betriebskosten: Wartung, Reparaturen und Lagertechnik
- Risiko- und Schwundkosten: Beschädigung, Verderb, Diebstahl oder Veralterung
- Kapitalbindungskosten: Kosten für das im Warenbestand gebundene Kapital
Kosten für Verpackung, Kommissionierung und Versand können ebenfalls anfallen. Ob sie zu den Lagerkosten gerechnet werden, hängt allerdings von der jeweiligen Kostenrechnung ab.
Lagerkosten berechnen: Die wichtigsten Formeln
Für die Lagerkostenberechnung sind vor allem der Lagerkostensatz, der durchschnittliche Lagerbestand und die Lagerkosten pro Stück relevant.
1. Lagerkostensatz berechnen
Der Lagerkostensatz zeigt, wie hoch die jährlichen Lagerkosten im Verhältnis zum durchschnittlichen Lagerwert sind.
Formel:
Lagerkostensatz (%) = Lagerkosten ÷ durchschnittlicher Lagerbestand × 100
Beispiel:
- Jährliche Lagerkosten: 50.000 €
- Durchschnittlicher Lagerbestand: 200.000 €
50.000 € ÷ 200.000 € × 100 = 25 %
Der Lagerkostensatz beträgt in diesem Beispiel 25 %.
2. Durchschnittlichen Lagerbestand berechnen
Für eine einfache Berechnung kannst du Anfangs- und Endbestand verwenden:
Durchschnittlicher Lagerbestand = (Anfangsbestand + Endbestand) ÷ 2
Beispiel:
- Anfangsbestand: 150.000 €
- Endbestand: 250.000 €
(150.000 € + 250.000 €) ÷ 2 = 200.000 €
Bei stärkeren Bestandsschwankungen ist es sinnvoller, mehrere Bestandswerte über das Jahr zu berücksichtigen und daraus einen Durchschnitt zu bilden.
3. Lagerkosten pro Stück berechnen
Wenn du wissen möchtest, welche Lagerkosten rechnerisch auf einen Artikel entfallen, kannst du folgende Formel verwenden:
Lagerkosten pro Stück = jährliche Lagerkosten ÷ durchschnittlich gelagerte Stückzahl
Diese Kennzahl ist besonders für die Produktkalkulation interessant.
Kapitalbindungskosten berechnen
Ein Teil der Lagerkosten entsteht dadurch, dass Kapital in Waren gebunden ist. Je höher dein durchschnittlicher Warenbestand und je höher dein Kapitalkostensatz, desto größer sind die Kapitalbindungskosten.
Formel:
Kapitalbindungskosten = durchschnittlicher Lagerwert × Kapitalkostensatz
Beispiel:
- Durchschnittlicher Warenbestand: 200.000 €
- Kapitalkostensatz: 8 %
200.000 € × 8 % = 16.000 €
In diesem Beispiel entstehen rechnerisch 16.000 € Kapitalbindungskosten pro Jahr.
Der Kapitalkostensatz berücksichtigt beispielsweise Finanzierungskosten oder die entgangene Rendite, die das gebundene Kapital bei einer alternativen Verwendung erzielen könnte.
Wichtig: Die Kapitalbindungskosten solltest du nicht mit Miete, Personal oder Energiekosten doppelt erfassen. Sie stellen eine eigene Kostenkomponente dar.
Beispiel: Lagerkosten vollständig berechnen
Nehmen wir einen Online-Händler mit folgenden jährlichen Kosten:
- Miete und Nebenkosten: 18.000 €
- Lagerpersonal: 25.000 €
- Energie: 4.000 €
- Verwaltung: 3.000 €
- Versicherung: 2.000 €
Damit ergeben sich zunächst:
18.000 € + 25.000 € + 4.000 € + 3.000 € + 2.000 € = 52.000 € direkte Lagerkosten pro Jahr
Der durchschnittliche Warenbestand beträgt 200.000 €. Bei einem Kapitalkostensatz von 8 % kommen weitere:
200.000 € × 8 % = 16.000 € Kapitalbindungskosten
hinzu.
Damit liegen die gesamten berücksichtigten Lagerkosten bei:
52.000 € + 16.000 € = 68.000 € pro Jahr
Der Lagerkostensatz auf Basis dieser Gesamtkosten beträgt:
68.000 € ÷ 200.000 € × 100 = 34 %
Damit verursachen Lagerung und Kapitalbindung in diesem Beispiel Kosten von 34 % des durchschnittlichen Warenwerts pro Jahr.
Welche Faktoren beeinflussen die Lagerkosten?
Die Höhe deiner Lagerkosten hängt von mehreren Faktoren ab. Besonders wichtig sind:
Lagerfläche: Je mehr Fläche benötigt wird, desto höher fallen in der Regel Miete, Nebenkosten und Instandhaltung aus.
Lagerbestand: Große Bestände benötigen mehr Platz und erhöhen gleichzeitig die Kapitalbindung.
Personalaufwand: Je mehr Mitarbeiter für Wareneingang, Einlagerung, Kommissionierung und Bestandskontrolle benötigt werden, desto höher sind die Personalkosten.
Energieverbrauch: Beleuchtung, Heizung, Kühlung und andere technische Anlagen können einen erheblichen Teil der Betriebskosten ausmachen.
Lagertechnik: Regale, Gabelstapler, Fördertechnik und andere Geräte verursachen Anschaffungs-, Wartungs- und Reparaturkosten.
Warenumschlag: Ein langsamer Warenumschlag führt häufig zu längeren Lagerzeiten und einer höheren Kapitalbindung.
Schwund und Veralterung: Beschädigte, abgelaufene oder nicht mehr verkäufliche Waren verursachen zusätzliche Kosten.
Lagerorganisation: Ineffiziente Prozesse können zu mehr Personalaufwand, längeren Wegen und einer schlechteren Ausnutzung der Lagerfläche führen.
Warum sollte man Lagerkosten berechnen?
Die regelmäßige Berechnung der Lagerkosten hilft dir dabei, die Wirtschaftlichkeit deiner Lagerhaltung besser einzuschätzen.
Kosten kontrollieren
Durch die Aufteilung in einzelne Kostenpositionen erkennst du, welche Bereiche besonders teuer sind. Dadurch lassen sich Einsparpotenziale gezielter identifizieren.
Lagerbestand optimieren
Zu hohe Bestände verursachen zusätzliche Lager- und Kapitalbindungskosten. Gleichzeitig können zu niedrige Bestände zu Lieferengpässen führen. Eine genaue Kostenbetrachtung hilft dabei, einen wirtschaftlichen Bestand zu bestimmen.
Preise kalkulieren
Lagerkosten können Bestandteil deiner Produktkalkulation sein. Wenn ein Produkt lange gelagert wird oder einen hohen Warenwert hat, können die damit verbundenen Kosten erheblich sein.
Investitionen bewerten
Auch bei Entscheidungen über neue Lagerflächen, Regalsysteme, Automatisierung oder Lagerverwaltungssoftware können die tatsächlichen Lagerkosten als wichtige Entscheidungsgrundlage dienen.
Wie lassen sich Lagerkosten senken?
Um Lagerkosten zu reduzieren, solltest du nicht einfach möglichst wenig Ware einlagern. Entscheidend ist eine ausgewogene Bestands- und Prozessplanung.
Bestände optimieren: Analysiere Nachfrage und Warenumschlag regelmäßig. Überbestände binden Kapital und verursachen zusätzliche Kosten.
Lagerfläche besser nutzen: Eine durchdachte Lagerplatzplanung, vertikale Lagerung und geeignete Regalsysteme können die vorhandene Fläche effizienter nutzen.
Langsamdreher identifizieren: Produkte mit geringer Umschlagshäufigkeit sollten besonders geprüft werden. Sie binden häufig überproportional viel Kapital.
Prozesse digitalisieren: Eine Lagerverwaltungssoftware kann Bestände transparenter machen und Fehler bei Ein- und Auslagerung reduzieren.
Energieverbrauch reduzieren: LED-Beleuchtung, effiziente Heiz- und Kühlsysteme sowie eine bedarfsgerechte Steuerung können die Betriebskosten senken.
Lagerumschlag erhöhen: Ein höherer Warenumschlag kann die durchschnittliche Lagerdauer und damit die Kapitalbindung reduzieren.
ABC-Analyse einsetzen: Mit einer ABC-Analyse kannst du Artikel nach ihrer wirtschaftlichen Bedeutung klassifizieren und deine Lagerorganisation entsprechend priorisieren.
Lagerkosten pro Tag und Monat berechnen
Für die Planung kann es hilfreich sein, die jährlichen Lagerkosten auf kürzere Zeiträume herunterzurechnen.
Bei jährlichen Lagerkosten von 60.000 € ergeben sich beispielsweise:
Pro Monat:
60.000 € ÷ 12 = 5.000 €
Pro Tag:
60.000 € ÷ 365 = 164,38 €
Damit kostet das Lager in diesem Beispiel durchschnittlich rund 164 € pro Tag beziehungsweise 5.000 € pro Monat.
Für die tatsächliche Kostenverteilung solltest du allerdings berücksichtigen, dass die Auslastung und Kosten nicht immer gleichmäßig über das Jahr verteilt sind.
FAQ zu Lagerkosten
Was zählt zu den Lagerkosten?
Zu den Lagerkosten können unter anderem Miete, Personal, Energie, Versicherung, Verwaltung, Wartung, Lagertechnik sowie Kosten durch Schwund und Verderb gehören. Zusätzlich können Kapitalbindungskosten berücksichtigt werden.
Wie hoch sind Lagerkosten?
Eine pauschale Aussage ist nicht möglich. Die Höhe hängt unter anderem von Lagerfläche, Warenwert, Personal, Energieverbrauch, Lagerdauer und Warenumschlag ab. Mit dem Lagerkostenrechner kannst du deine individuellen Kosten kalkulieren.
Wie berechnet man den Lagerkostensatz?
Der Lagerkostensatz wird berechnet, indem die Lagerkosten durch den durchschnittlichen Lagerbestand geteilt und anschließend mit 100 multipliziert werden.
Lagerkostensatz = Lagerkosten ÷ durchschnittlicher Lagerbestand × 100
Was sind Kapitalbindungskosten?
Kapitalbindungskosten entstehen dadurch, dass Geld im Warenbestand gebunden ist und während dieser Zeit nicht anderweitig eingesetzt werden kann. Sie lassen sich überschlägig aus dem durchschnittlichen Lagerwert und dem Kapitalkostensatz berechnen.
Wie kann ich Lagerkosten senken?
Typische Maßnahmen sind eine bessere Bestandsplanung, die Reduzierung von Überbeständen, eine effizientere Nutzung der Lagerfläche, die Optimierung von Prozessen und eine höhere Transparenz über Lagerbestände und Warenumschlag.
Was ist der Unterschied zwischen Lagerkosten und Lagerhaltungskosten?
Die Begriffe werden häufig synonym verwendet. In der Kostenrechnung können Lagerhaltungskosten weiter gefasst sein und neben den reinen Kosten der Lagerung beispielsweise auch Bestandsrisiken und Kapitalbindung berücksichtigen.






