Ein Zahlungsdienstleister ermöglicht Unternehmen, Zahlungen von Kunden online oder vor Ort anzunehmen.
In diesem Vergleich zeigen wir dir die besten Zahlungsdienstleister für Unternehmen, vergleichen Gebühren und Funktionen und erklären, worauf du bei Sicherheit, Integration und Checkout achten solltest.

Was ist ein Zahlungsdienstleister?
Ein Zahlungsdienstleister, häufig auch Payment Service Provider (PSP) genannt, stellt Unternehmen die technische Infrastruktur zur Abwicklung elektronischer Zahlungen zur Verfügung.
Je nach Anbieter können darüber verschiedene Zahlungsmethoden integriert werden, darunter:
- Kredit- und Debitkarten
- PayPal
- Apple Pay und Google Pay
- SEPA-Lastschrift
- SEPA-Überweisung
- Rechnung und Kauf auf Rechnung
- Klarna und andere BNPL-Verfahren
- lokale Zahlungsmethoden
- wiederkehrende Zahlungen
- Zahlungslinks
Der Vorteil: Du musst nicht für jede Zahlungsmethode eine eigene technische Schnittstelle entwickeln und betreiben.
Moderne Zahlungsdienstleister bieten darüber hinaus häufig Funktionen für Betrugsprävention, 3-D Secure, Tokenisierung, Rückerstattungen, Auszahlungen, Reporting und wiederkehrende Zahlungen.
Damit wird der Zahlungsdienstleister zu einem wichtigen Bestandteil deines Online-Shops oder deiner digitalen Geschäftsprozesse.
Welche Zahlungsdienstleister gibt es?
Der Markt für Zahlungsdienstleister ist sehr vielfältig. Allerdings bieten nicht alle Anbieter genau dasselbe.
Zu den bekannten Payment-Lösungen gehören beispielsweise:
- Mollie – Online-Zahlungen und viele europäische Zahlungsmethoden
- Stripe – APIs, Online-Zahlungen, SaaS und Abonnements
- PayPal – bekannte Online-Zahlart und verschiedene Business-Payment-Lösungen
- Adyen – internationale Payment-Infrastruktur für größere Unternehmen
- SumUp – insbesondere Kartenzahlungen für kleine Unternehmen und stationäre Anbieter
- Braintree – Online-Zahlungen, Apps und Plattformmodelle
- Klarna – Rechnung, Ratenzahlung und Buy Now, Pay Later
- Amazon Pay – zusätzliche Zahlungsoption für Online-Shops
- 2Checkout / Verifone – internationale Zahlungen, insbesondere für digitale Produkte
Wichtig: Ein Anbieter wie Klarna oder Amazon Pay ist nicht mit einem umfassenden PSP gleichzusetzen. Solche Lösungen können vor allem als zusätzliche Zahlungsmethode eingesetzt werden.
Die besten Zahlungsdienstleister im Überblick
1. Mollie
Für wen: Kleine und mittlere Online-Shops, DACH, Benelux und europäische E-Commerce-Unternehmen
Besonderheit: Sehr einfacher Einstieg mit vielen europäischen Zahlungsmethoden
Mollie ist besonders für Unternehmen interessant, die möglichst unkompliziert verschiedene europäische Zahlungsmethoden anbieten möchten.
Die Plattform kombiniert Online-Zahlungen, Payment Links, Rechnungen, wiederkehrende Zahlungen und inzwischen auch stationäre Zahlungen.
Besonders attraktiv ist Mollie für Unternehmen, die mit einem Shopsystem wie WooCommerce oder anderen gängigen E-Commerce-Systemen arbeiten und keine umfangreiche Eigenentwicklung benötigen.
Zahlungsmethoden
Unter anderem:
- Visa und Mastercard
- Apple Pay
- Google Pay
- PayPal
- Klarna
- SEPA
- EPS
- Bancontact
- iDEAL bzw. die jeweiligen aktuellen niederländischen Zahlungsangebote
- Pay by Bank
- weitere lokale Zahlungsmethoden
Preise
Für EU-Verbraucherkarten nennt Mollie aktuell 1,80 % + 0,25 € pro Transaktion. Für kommerzielle Karten aus dem EWR sind es 2,90 % + 0,25 €, für Karten außerhalb des EWR 3,25 % + 0,25 €. SEPA-Banküberweisungen werden mit 0,25 € angegeben.
Mollie bietet außerdem individuelle Konditionen für höhere Volumina an.
Vorteile
- Sehr einfacher Einstieg
- Keine klassischen monatlichen Fixkosten im Standardmodell
- Viele europäische Zahlungsmethoden
- Gute Shopsystem-Integration
- Payment Links und Rechnungen
- Wiederkehrende Zahlungen möglich
- Auch POS-Zahlungen verfügbar
Mollie unterstützt mittlerweile ausdrücklich wiederkehrende Zahlungen und Abonnements.
Nachteile
- Für hochkomplexe Plattformmodelle weniger flexibel als Stripe
- Enterprise-Funktionalität weniger umfangreich als bei Adyen
- Bei sehr hohem Volumen lohnt sich ein individueller Preisvergleich
2. Stripe
Für wen: Start-ups, SaaS, Entwickler, Marktplätze und international wachsende Unternehmen
Besonderheit: Sehr leistungsfähige APIs und umfangreiches Payment-Ökosystem
Stripe ist besonders stark, wenn Zahlungen nicht nur über einen fertigen Shop-Checkout abgewickelt werden sollen.
Mit Stripe können Unternehmen beispielsweise eigene Checkout-Prozesse, Abonnements, Marktplätze, Plattformzahlungen und komplexe Zahlungslogiken aufbauen.
Wichtige Produkte
- Stripe Payments
- Stripe Checkout
- Stripe Connect
- Stripe Billing
- Stripe Radar
- Stripe Tax
- Stripe Invoicing
- Payment Links
Stripe unterstützt mehr als 100 Zahlungsmethoden und Zahlungen aus einer großen Zahl internationaler Märkte. Die aktuelle Preisseite nennt Unterstützung für Zahlungen aus über 195 Ländern und mehr als 135 Währungen.
Preise
Für Standardkarten aus dem EWR verlangt Stripe aktuell 1,5 % + 0,25 €.
Für Karten aus dem Vereinigten Königreich werden 2,5 % + 0,25 € genannt, für sonstige internationale Karten 3,15 % + 0,25 €. Bei Währungsumrechnung können weitere 2 % anfallen. SEPA-Lastschrift kostet aktuell 0,35 €.
Stripe für Abos
Stripe eignet sich besonders gut für SaaS und abonnementbasierte Geschäftsmodelle.
Stripe Billing unterstützt beispielsweise wiederkehrende Zahlungen, unterschiedliche Preismodelle, automatische Rechnungsstellung und Funktionen zur Zahlungswiederherstellung.
Vorteile
- Sehr gute APIs
- Hervorragend für SaaS
- Stripe Connect für Marktplätze
- Billing für Abonnements
- Radar für Betrugsprävention
- Stripe Tax
- Internationale Expansion
- Umfangreiche Automatisierungsmöglichkeiten
Nachteile
- Für einfache Shops teilweise überdimensioniert
- Technische Integration kann anspruchsvoller sein
- Gesamtkosten steigen bei zusätzlichen Modulen
- Für sehr große Händler kann individuelles Acquiring günstiger sein
3. PayPal
Für wen: Online-Shops, Dienstleister und KMU
Besonderheit: Hohe Bekanntheit und großes Kundenvertrauen
PayPal gehört weiterhin zu den wichtigsten Zahlungsarten im deutschen E-Commerce.
Der größte Vorteil ist nicht zwingend der Preis, sondern die Bekanntheit der Marke. Kunden müssen ihre Kartendaten nicht erneut im Shop eingeben und können häufig mit ihrem bestehenden PayPal-Konto bezahlen.
Preise
Die Kosten für PayPal-Zahlungen hängen unter anderem von der Zahlungsart, dem Transaktionstyp und weiteren Faktoren ab. Deshalb lässt sich die PayPal-Gebühr nicht pauschal mit einem einzigen Prozentsatz angeben. PayPal führt unterschiedliche Gebührenmodelle für geschäftliche Transaktionen und Zahlungsarten.
Mit unserem PayPal-Gebührenrechner kannst du die anfallenden Gebühren schnell berechnen und sehen, welcher Betrag nach Abzug der PayPal-Gebühr tatsächlich übrig bleibt.
Vorteile
- Sehr hohe Markenbekanntheit
- Kunden müssen Zahlungsdaten nicht erneut eingeben
- Einfach zu integrieren
- International verbreitet
- Für viele Shopsysteme verfügbar
- Unterstützt verschiedene Checkout- und Ratenzahlungsmodelle
Nachteile
- Teilweise höhere Gebühren
- Gebührenstruktur abhängig von Transaktion und Produkt
- Konto- und Risikoprüfungen können für Händler relevant sein
- Als alleiniger PSP nicht immer ausreichend
4. Adyen
Für wen: Mittelständische Unternehmen, internationale Händler und Enterprise
Besonderheit: Globale Payment- und Omnichannel-Infrastruktur
Adyen richtet sich deutlich stärker an größere Unternehmen als Mollie oder klassische KMU-Payment-Anbieter.
Die Stärke liegt darin, Online-, Mobile- und stationäre Zahlungen auf einer Plattform abzubilden.
Adyen unterstützt zahlreiche globale und lokale Zahlungsmethoden sowie Karten, Wallets, Bankzahlungen und BNPL-Verfahren.
Preise
Adyen arbeitet grundsätzlich mit einer festen Bearbeitungsgebühr plus einer Gebühr der jeweiligen Zahlungsmethode.
Auf der deutschen Preisseite wird aktuell beispielsweise eine feste Bearbeitungsgebühr von 0,11 € ausgewiesen; je nach Zahlungsmethode kommen weitere Gebühren hinzu. Für Karten kann Interchange++ zur Anwendung kommen.
Vorteile
- Sehr starke Enterprise-Infrastruktur
- Online und stationär kombinierbar
- Globale Zahlungsmethoden
- Umfangreiche Fraud- und Risikofunktionen
- Flexible Auszahlungen
- Sehr gut für große internationale Unternehmen
Nachteile
- Komplexer als typische KMU-Lösungen
- Onboarding und Integration anspruchsvoller
- Für kleine Unternehmen häufig unnötig komplex
5. Klarna
Für wen: B2C-E-Commerce, höherpreisige Produkte und Shops mit Conversion-Fokus
Besonderheit: Kauf auf Rechnung und Buy Now, Pay Later
Klarna sollte weniger als vollständiger Ersatz für einen PSP betrachtet werden, sondern häufig als wichtige zusätzliche Zahlungsmethode.
Besonders interessant ist Klarna für Händler, deren Kunden Rechnungskauf oder Ratenzahlung erwarten.
Vorteile
- Rechnung und spätere Zahlung
- Ratenzahlung
- Hohe Bekanntheit im B2C
- Kann bei geeigneten Zielgruppen die Checkout-Auswahl erweitern
- In zahlreiche PSPs integriert
Nachteile
- Höhere Kosten als klassische Bank- oder Kartenzahlungen möglich
- Nicht für jedes Geschäftsmodell geeignet
- Nicht als einzige Zahlungsmethode sinnvoll
6. Braintree
Für wen: Plattformen, Apps und internationale Unternehmen
Besonderheit: Zahlungsplattform aus dem PayPal-Ökosystem
Braintree richtet sich stärker an Unternehmen mit eigenen Anwendungen und individuellen Zahlungsflows.
Besonders interessant ist die Plattform für Unternehmen, die Karten- und PayPal-Zahlungen in Apps oder Plattformen integrieren möchten.
Vorteile
- Gute Entwickler-Schnittstellen
- PayPal-Integration
- Mobile SDKs
- Plattform- und Marketplace-Funktionen
- Internationale Ausrichtung
Nachteile
- Für klassische deutsche Shops häufig weniger interessant als Mollie oder Stripe
- Einige Funktionen sind stark auf internationale bzw. US-Anwendungsfälle ausgerichtet
7. Amazon Pay
Für wen: E-Commerce-Unternehmen mit einer großen Amazon-affinen Zielgruppe
Besonderheit: Checkout mit bereits hinterlegten Amazon-Daten
Amazon Pay ermöglicht Kunden, ihre bei Amazon hinterlegten Zahlungs- und Adressinformationen auch bei teilnehmenden Online-Shops zu verwenden.
Das kann den Checkout verkürzen und Vertrauen schaffen.
Vorteile
- Bekannte Marke
- Schneller Checkout
- Keine erneute Eingabe sämtlicher Zahlungsdaten
- Besonders interessant für bestimmte B2C-Zielgruppen
Nachteile
- Kein vollständiger Ersatz für einen PSP
- Zusätzliche Zahlart statt universeller Payment-Infrastruktur
- Abhängigkeit vom Amazon-Ökosystem
8. SumUp
Für wen: Kleine Händler, Gastronomie, Dienstleister und mobile Anbieter
Besonderheit: Einfacher Einstieg in Kartenzahlungen vor Ort
SumUp ist insbesondere dann interessant, wenn nicht nur Online-Zahlungen, sondern Zahlungen im stationären Geschäft, auf Veranstaltungen oder beim Kunden vor Ort benötigt werden.
Vorteile
- Sehr einfacher Einstieg
- Kartenlesegeräte
- Mobile Zahlungen
- Rechnungen und Zahlungslinks je nach Produkt
- Für kleine Unternehmen gut geeignet
Nachteile
- Weniger flexibel als Stripe bei komplexen digitalen Geschäftsmodellen
- Für große internationale Plattformen nicht die erste Wahl
9. Square
Für wen: Einzelhandel, Gastronomie und Omnichannel-KMU
Besonderheit: POS, Hardware und Online-Zahlungen aus einem Ökosystem
Square ist vor allem für Unternehmen interessant, die stationären Handel und Online-Geschäft miteinander verbinden wollen.
Für deutsche Unternehmen ist allerdings zu prüfen, welche Square-Produkte und Konditionen am jeweiligen Standort tatsächlich verfügbar sind.
Vorteile
- POS-Hardware
- Kassensystem
- Online-Zahlungen
- Inventar
- Rechnungen
- Omnichannel-Funktionen
Nachteile
- Weniger DACH-fokussiert
- Nicht für jedes europäische Geschäftsmodell optimal
10. 2Checkout / Verifone
Für wen: SaaS, digitale Produkte und internationale Anbieter
Besonderheit: Internationaler Verkauf digitaler Produkte
2Checkout ist besonders für Unternehmen interessant, die digitale Produkte und Software international verkaufen.
Die Plattform kombiniert Zahlungsabwicklung mit Funktionen für Abonnements, internationale Verkäufe und digitale Geschäftsmodelle.
Vorteile
- Internationaler Fokus
- Subscription-Funktionen
- Digitale Produkte
- Lokalisierte Checkout-Möglichkeiten
Nachteile
- Höhere Gebühren möglich
- Für klassische deutsche Shops häufig unnötig komplex
- Weniger attraktiv für stationäre Geschäftsmodelle
Welcher Zahlungsdienstleister ist der beste?
Es gibt nicht den einen besten Zahlungsdienstleister.
Die richtige Wahl hängt vor allem von Geschäftsmodell, Zielgruppe, Umsatz, Ländern und technischen Anforderungen ab.
| Anforderung | Empfehlung |
|---|---|
| Deutscher Online-Shop | Mollie |
| Einfacher Einstieg | Mollie / PayPal |
| SaaS | Stripe |
| Start-up | Stripe |
| Marktplatz | Stripe Connect / Adyen |
| Enterprise | Adyen |
| BNPL | Klarna |
| PayPal-Kunden | PayPal |
| Stationärer Kleinhandel | SumUp |
| Omnichannel Enterprise | Adyen |
| Digitale Produkte | Stripe / 2Checkout |
| Internationalisierung | Stripe / Adyen |
Welcher Zahlungsdienstleister passt zu welchem Unternehmen?
Es gibt keinen Zahlungsdienstleister, der für jedes Unternehmen gleichermaßen geeignet ist.
Zahlungsdienstleister für kleine Unternehmen
Für kleine Unternehmen sind einfache Einrichtung, transparente Gebühren und ein überschaubarer technischer Aufwand häufig besonders wichtig.
Mollie, PayPal oder SumUp können je nach Geschäftsmodell interessant sein.
Entscheidend ist, ob du hauptsächlich online, stationär oder über beide Kanäle Zahlungen annimmst.
Zahlungsdienstleister für Online-Shops
Online-Shops benötigen häufig mehrere Zahlungsmethoden.
Dazu können gehören:
- Kreditkarte
- PayPal
- Apple Pay
- Google Pay
- SEPA-Lastschrift
- Rechnung
- Klarna
- weitere lokale Zahlungsmethoden
Mollie und Stripe bieten sich beispielsweise für Shops an, die mehrere Zahlungsmethoden über eine zentrale technische Integration verwalten möchten.
Zahlungsdienstleister für WooCommerce
Bei WooCommerce solltest du besonders darauf achten, ob für den jeweiligen Zahlungsdienstleister ein passendes Plugin vorhanden ist und wie gut es in deinen Checkout integriert werden kann.
Relevant sind unter anderem:
- unterstützte Zahlungsmethoden
- Kompatibilität mit WooCommerce
- Rückerstattungen
- Webhooks
- wiederkehrende Zahlungen
- 3-D Secure
- Datenschutz
- Kompatibilität mit deinem Theme und anderen Plugins
Du möchtest einen Zahlungsdienstleister in WooCommerce einrichten? Wir unterstützen dich bei der Auswahl und technischen Einrichtung geeigneter Payment-Lösungen für deinen Online-Shop.
Zahlungsdienstleister für SaaS und Abonnements
Bei SaaS, Hosting, Memberships oder anderen wiederkehrenden Geschäftsmodellen sind zusätzliche Funktionen wichtig.
Dazu gehören beispielsweise:
- wiederkehrende Zahlungen
- automatische Zahlungswiederholungen
- gespeicherte Zahlungsmethoden
- Rechnungsstellung
- Proration
- Upgrades und Downgrades
- Kündigungen
- fehlgeschlagene Zahlungen
Stripe ist für solche technisch anspruchsvolleren Geschäftsmodelle besonders stark aufgestellt.
Zahlungsdienstleister für internationale Unternehmen
Wenn du Kunden in mehreren Ländern hast, solltest du nicht nur die Kartengebühren betrachten.
Wichtig sind auch:
- lokale Zahlungsmethoden
- Währungen
- internationale Karten
- Währungsumrechnung
- Auszahlungen
- Betrugsprävention
- lokale Checkout-Anforderungen
Anbieter wie Stripe und Adyen sind auf internationale Zahlungsabwicklung ausgerichtet.
Zahlungsdienstleister Kosten: Was kostet Payment wirklich?
Ein häufiger Fehler besteht darin, nur die prozentuale Transaktionsgebühr zu vergleichen.
In der Praxis solltest du mindestens diese Kosten berücksichtigen:
1. Transaktionsgebühr
Beispiel:
1,5 % + 0,25 €
Bei einem Warenkorb von 100 € wären das 1,75 €.
Bei 20 € Warenkorbwert wären es bereits 0,55 € beziehungsweise 2,75 %.
Die fixe Gebühr ist deshalb gerade bei kleinen Warenkörben wichtig.
2. Internationale Karten
Karten aus anderen Regionen können teurer sein.
Bei Stripe werden beispielsweise für ausländische Karten höhere Gebühren ausgewiesen; zusätzlich können bei Währungsumrechnung weitere Kosten entstehen.
3. Währungsumrechnung
Wenn dein Kunde beispielsweise in USD bezahlt und du in EUR abrechnest, kann eine zusätzliche FX-Gebühr entstehen.
4. Chargebacks
Bei einem Chargeback können zusätzliche Gebühren entstehen.
5. Rückerstattungen
Prüfe, ob die ursprüngliche Zahlungsgebühr bei einer Rückerstattung vollständig oder teilweise erstattet wird.
6. Auszahlungen
Auch Auszahlungsfrequenz und Gebühren für Fremdwährungen können relevant sein.
So vergleichst du Zahlungsanbieter richtig
Statt nur den günstigsten Prozentsatz zu suchen, solltest du die effektiven Payment-Kosten berechnen.
Beispiel:
Ein Shop verarbeitet monatlich:
- 100.000 € Umsatz
- 2.000 Bestellungen
- durchschnittlicher Warenkorb: 50 €
Ein Anbieter mit 1,5 % + 0,25 € kostet:
100.000 € × 1,5 % = 1.500 €
plus
2.000 × 0,25 € = 500 €
also insgesamt:
2.000 € Payment-Kosten pro Monat
Das entspricht effektiv 2,0 % vom Umsatz.
Genau deshalb solltest du Anbieter immer mit deinem tatsächlichen Transaktionsmix vergleichen.
Welche Zahlungsmethoden sollte ein deutscher Online-Shop anbieten?
Für einen typischen deutschen B2C-Shop ist eine Kombination aus mehreren Zahlarten sinnvoll.
Dazu gehören insbesondere:
- Kreditkarte
- PayPal
- Apple Pay
- Google Pay
- SEPA-Lastschrift
- Rechnung bzw. BNPL
- gegebenenfalls Banküberweisung
Welche Zahlarten tatsächlich notwendig sind, hängt von Zielgruppe, Branche und Warenkorb ab.
Für internationale Shops kommen weitere lokale Zahlmethoden hinzu.
Internationale Zahlungen: Lokale Zahlungsmethoden sind entscheidend
Ein Shop, der international verkauft, sollte nicht einfach überall denselben Checkout verwenden.
Beispiele:
- Deutschland → PayPal, Karten, SEPA, Rechnung/BNPL
- Niederlande → lokale Bank-/Wallet-Zahlungen
- Belgien → Bancontact
- Österreich → EPS und Karten
- Frankreich → Karten und lokale BNPL-Angebote
- Polen → BLIK
- Italien → lokale Wallets und Bankverfahren
- Spanien → lokale Wallet-/Bankverfahren
Moderne PSPs wie Stripe und Adyen bieten deshalb eine große Zahl lokaler Zahlungsmethoden über eine Integration an.
Worauf kommt es bei der Auswahl eines Zahlungsdienstleisters an?
So findest du den richtigen Zahlungsdienstleister
Bevor du einen Anbieter auswählst, solltest du diese Fragen beantworten.
1. Wie hoch ist dein Zahlungsvolumen?
100.000 € Jahresumsatz stellen völlig andere Anforderungen als 100 Mio. €.
2. Wie hoch ist dein durchschnittlicher Warenkorb?
Bei kleinen Warenkörben haben fixe Gebühren einen größeren Einfluss.
3. Wo sitzen deine Kunden?
Deutschland, EU und USA benötigen unterschiedliche Zahlungsmethoden.
4. Welche Zahlarten brauchst du?
Karte allein reicht in vielen Märkten nicht.
5. Brauchst du Abos?
Dann sind Billing, Retries und Tokenisierung wichtig.
6. Hast du einen Marktplatz?
Dann brauchst du Funktionen für:
- Sub-Merchant-Onboarding
- Split Payments
- KYC
- Auszahlungen
- Plattformgebühren
7. Brauchst du POS?
Dann solltest du Online- und Offline-Payments möglichst gemeinsam betrachten.
8. Wie wichtig ist deine eigene Entwicklung?
Je mehr individuelle Payment-Logik du benötigst, desto interessanter werden API-orientierte Anbieter wie Stripe.
Payment Conversion: Warum der Checkout wichtiger ist als die Gebühr
Ein Payment-Anbieter kann scheinbar günstig sein und trotzdem wirtschaftlich schlechter abschneiden.
Entscheidend ist nämlich nicht nur:
„Wie viel kostet eine Transaktion?“
sondern:
„Wie viele Transaktionen werden erfolgreich abgeschlossen?“
Wichtige Kennzahlen sind:
- Authorization Rate
- Payment Success Rate
- Checkout Conversion Rate
- 3DS Challenge Rate
- Decline Rate
- Fraud Rate
- Chargeback Rate
- Refund Rate
- Payment Cost in % des Umsatzes
Ein Anbieter, der 0,2 Prozentpunkte günstiger ist, aber deutlich mehr Zahlungen ablehnt, kann am Ende teurer sein.
Sicherheit bei Zahlungsdienstleistern: 3D Secure, SCA und PCI DSS
3D Secure und SCA
Bei vielen elektronischen Zahlungen im Europäischen Wirtschaftsraum spielt die Starke Kundenauthentifizierung (SCA) eine zentrale Rolle.
Bei Kartenzahlungen wird dafür typischerweise 3-D Secure eingesetzt.
Der optimale Ablauf sollte möglichst risikobasiert erfolgen:
Frictionless Flow
Der Kunde wird anhand von Risiko- und Transaktionsdaten authentifiziert, ohne zusätzliche Challenge.
Challenge Flow
Bei erhöhtem Risiko muss der Kunde beispielsweise eine Freigabe in seiner Banking-App durchführen oder eine zusätzliche Authentifizierung vornehmen.
Das Ziel sollte nicht sein, 3-D Secure möglichst oft zu erzwingen.
Das Ziel lautet:
So wenig Reibung wie möglich bei gleichzeitig ausreichendem Schutz vor Betrug.
Tokenisierung: Kartendaten sicherer verwalten
Bei der Tokenisierung wird die eigentliche Kartennummer nicht bei jeder zukünftigen Zahlung erneut im eigenen System verarbeitet.
Stattdessen verwendet das Unternehmen einen Token.
Das ist besonders wichtig für:
- Abonnements
- wiederkehrende Zahlungen
- One-Click-Zahlungen
- gespeicherte Zahlungsmethoden
- Marketplace-Modelle
Ein PSP übernimmt dabei häufig das sogenannte Vaulting der Zahlungsdaten.
Betrugsprävention: Ein moderner PSP muss mehr können als Zahlungen annehmen
Fraud Prevention ist 2026 ein zentraler Bestandteil der Payment-Infrastruktur.
Moderne Systeme kombinieren beispielsweise:
- regelbasierte Prüfungen
- Machine Learning
- Device-Informationen
- Velocity Checks
- IP- und Länderinformationen
- Transaktionshistorie
- 3-D Secure
- Risiko-Scores
- Allow- und Deny-Listen
Stripe bietet beispielsweise Radar zur automatisierten Betrugsprävention; Adyen verfügt ebenfalls über umfangreiche Risiko- und Betrugsfunktionen.
Datenschutz und DSGVO
Ein Zahlungsdienstleister verarbeitet personenbezogene Daten.
Deshalb solltest du unter anderem prüfen:
- Welche Daten werden verarbeitet?
- Wo werden Daten verarbeitet?
- Welche Unterauftragnehmer werden eingesetzt?
- Gibt es einen Auftragsverarbeitungsvertrag?
- Welche Daten werden gespeichert?
- Wie lange werden sie gespeichert?
- Welche internationalen Datenübermittlungen finden statt?
- Welche Lösch- und Aufbewahrungsfristen gelten?
Wichtig ist außerdem die Trennung zwischen Zahlungsdaten und gewöhnlichen Kundendaten.
Kartendaten sollten nicht unnötig im eigenen Shop-System gespeichert werden.
Zahlungsdienstleister: Wiederkehrende Zahlungen und Abonnements
Für SaaS, Memberships, Streaming, Fitness, Hosting oder andere wiederkehrende Geschäftsmodelle ist Subscription Billing besonders wichtig.
Achte dabei nicht nur auf die Möglichkeit, automatisch abzubuchen.
Wichtiger sind Funktionen wie:
- automatische Zahlungswiederholung
- Smart Retries
- Ablauf von Kreditkarten
- fehlgeschlagene Zahlungen
- Dunning
- SEPA-Mandate
- Proration
- Upgrades und Downgrades
- Kündigungen
- Rechnungen
- Steuerberechnung
Stripe Billing bietet umfangreiche Funktionen für Abonnements und wiederkehrende Umsätze.
Auch Mollie unterstützt wiederkehrende Zahlungen und Subscription-Modelle.
Mehrere Zahlungsdienstleister parallel einsetzen
Größere Unternehmen müssen sich nicht zwingend auf einen PSP beschränken.
Mit Payment Orchestration lassen sich mehrere Anbieter verbinden.
Beispiel:
PSP 1 → Hauptanbieter
PSP 2 → Fallback
PSP 3 → bestimmte Länder oder Zahlarten
Vorteile:
- höhere Resilienz
- Fallback bei Ausfällen
- bessere Routing-Möglichkeiten
- Optimierung von Authorization Rates
- regionale Spezialisierung
- bessere Verhandlungsposition
Nachteile:
- höhere technische Komplexität
- mehr Verträge
- mehrere Dashboards
- Token-Migration wird komplizierter
- mehr Monitoring notwendig
Für einen kleinen Shop ist Multi-PSP meist unnötig.
Für einen internationalen Händler mit Millionenumsätzen kann es dagegen sinnvoll sein.
Fazit: Der beste Zahlungsdienstleister ist nicht automatisch der günstigste
Die Wahl eines Zahlungsdienstleisters sollte nicht ausschließlich anhand der Transaktionsgebühr erfolgen.
Ein guter PSP muss zu deinem Geschäftsmodell passen.
Mollie überzeugt bei europäischen KMU mit einfacher Integration und vielen lokalen Zahlungsmethoden.
Stripe ist besonders stark für SaaS, Start-ups, Entwickler und komplexe Zahlungslogik.
PayPal bleibt wegen seiner Bekanntheit eine wichtige Zahlart im B2C.
Adyen ist für größere internationale Unternehmen und Omnichannel-Geschäftsmodelle interessant.
Klarna ergänzt den Checkout um Rechnung und BNPL.
Entscheidend sind deshalb nicht nur die Gebühren, sondern die Kombination aus:
Kosten + Zahlungsmethoden + Conversion + Sicherheit + Internationalisierung + Integration + Auszahlungsbedingungen.
Wer beispielsweise 100.000 € Umsatz pro Monat verarbeitet, sollte nicht einfach den Anbieter mit dem niedrigsten Prozentsatz wählen. Schon kleine Unterschiede bei Approval Rate, Chargebacks, FX-Gebühren und Warenkorbabbrüchen können größere Auswirkungen haben als einige Zehntelprozentpunkte bei der Payment Fee.
Unsere Empfehlung für 2026: Vergleiche mindestens drei Anbieter anhand deines tatsächlichen Transaktionsvolumens und deiner wichtigsten Zahlarten – und bewerte neben den Kosten auch Conversion, Ausfallrisiko, Fraud, technische Anforderungen und Skalierbarkeit.
FAQ: Zahlungsdienstleister
Was versteht man unter einem Zahlungsdienstleister?
Ein Zahlungsdienstleister, auch Payment Service Provider (PSP) oder Zahlungsanbieter genannt, ermöglicht die technische und finanzielle Abwicklung elektronischer Zahlungen. Er verbindet beispielsweise Kunden, Händler, Banken, Kreditkartenunternehmen und alternative Zahlungssysteme miteinander.
Was ist der Zahlungsdienstleister Link?
In Verbindung mit Stripe ist Link eine digitale Bezahlfunktion von Stripe. Kundinnen und Kunden können ihre Zahlungsinformationen bei Link speichern und sich bei späteren Zahlungen bei teilnehmenden Händlern schneller authentifizieren, anstatt die Zahlungsdaten jedes Mal vollständig neu einzugeben.
Link ist damit keine eigenständige Bank und in der Regel auch kein separater Zahlungsdienstleister für den Händler. Die Zahlungsabwicklung erfolgt über Stripe; Link dient vor allem dazu, den Bezahlvorgang für wiederkehrende oder teilnehmende Kunden zu vereinfachen.
Was ist der Zahlungsdienstleister OPP?
OPP steht in diesem Zusammenhang in der Regel für Online Payment Platform, einen Zahlungsdienstleister beziehungsweise Zahlungsabwickler für Onlineplattformen und Marktplätze. Der Dienst unterstützt typischerweise die Abwicklung von Zahlungen zwischen Käufern, Verkäufern und Plattformbetreibern.
Bei einem Marktplatz kann OPP beispielsweise Funktionen wie Zahlungsannahme, Auszahlungen an Verkäufer, Identitäts- und Unternehmensprüfungen, Aufteilung von Zahlungen sowie die Einhaltung bestimmter Compliance-Anforderungen unterstützen.
Was ist der Zahlungsdienstleister des Zahlers?
Der Zahlungsdienstleister des Zahlers ist der Anbieter, über den die zahlende Person ihre Zahlung ausführt. Bei einer Kartenzahlung kann dies beispielsweise die Bank oder das Karteninstitut des Kunden sein. Bei einer Zahlung über ein Wallet oder einen Bezahldienst kann es sich um den jeweiligen Wallet- oder Zahlungsanbieter handeln.
Der Zahlungsdienstleister des Zahlers wird häufig auch als Zahlungsdienstleister des Zahlungspflichtigen oder als Issuer bezeichnet. Er prüft beispielsweise, ob die Zahlung autorisiert werden kann, ob das Konto oder die Karte gültig ist und ob ausreichend Guthaben oder Kredit vorhanden ist.
Welche europäischen Zahlungsdienstleister gibt es?
In Europa gibt es zahlreiche Zahlungsdienstleister für Onlinehandel, stationären Handel, Plattformen und Abonnementmodelle. Bekannte Beispiele sind:
- Adyen.
- Mollie.
- Stripe.
- PayPal.
- SumUp.
- PAYONE.
- Nexi.
- Worldline.
- Unzer.
- myPOS.
- GoCardless.
- Klarna, insbesondere für Rechnungskauf, Ratenzahlung und weitere Checkout-Lösungen.
Nicht alle Anbieter haben denselben Schwerpunkt. Einige konzentrieren sich auf Kartenzahlungen und internationale Transaktionen, andere auf SEPA-Lastschriften, Rechnungskauf, Marktplätze, stationäre Kartenterminals oder lokale Zahlungsmethoden.







