Zahlungsdienstleister (Payment Service Provider, PSP) sind für den Online‑ und stationären Verkauf unverzichtbar. Sie ermöglichen dir, Zahlungen per Kreditkarte, Apple Pay, Google Pay, Lastschrift, Rechnung und mehr zu akzeptieren – sicher, schnell und ohne eigene Bankinfrastruktur.
Wir zeigen dir die Top-Zahlungsanbieter und helfen dir dabei, den passenden Payment-Partner für deine Bedürfnisse zu finden.

Top Zahlungsdienstleister im Überblick
Vergleich – typische Zahlungsmethoden & Einsatzbereiche
| Anbieter | Online | POS | Rechnung/Raten | Multi‑Währung | Zielgruppe |
|---|---|---|---|---|---|
| Stripe | ✅ | 🌐 via Partner | ❌ | ✅ | Online & international |
| PayPal | ✅ | 🌐 via Partner | ❌ | ✅ | E‑Commerce allgemein |
| Square | ✅ | ✅ | ❌ | 🌐 | Einzelhandel & Lokal |
| Mollie | ✅ | ❌ | 🌐 | 🌐 | EU‑Online |
| Klarna | ✅ | ❌ | ✅ | 🌐 | Rechnungskauf |
| Payone | ✅ | ✅ | 🌐 | 🌐 | D‑A‑CH Handel |
| Apple/Google Pay | ✅ | ✅ | ❌ | 🌐 | Mobile Nutzer |
PayPal
PayPal ist wahrscheinlich der erste Anbieter, der dir in den Sinn kommt, wenn es um Zahlungslösungen geht.
- Kurzprofil: Höchste Endkunden-Bekanntheit und ein reibungsloser Checkout, besonders stark für schnelle Implementierungen und internationale Zielgruppen.
- USPs:
- Pay-in-4/Ratenzahlung direkt im Checkout.
- Schnelles Onboarding ohne separates Händlerkonto.
- Kauf-/Spenden-Buttons und Social-Commerce-Optionen.
- Hohe Akzeptanzrate durch Markenvertrauen.
- Ideal für: KMU, Spenden, schnelle Go-Lives.
- Standards/Integration: siehe Kapitel Sicherheit/Integration.
Stripe
Stripe, das in 46 Ländern tätig ist, ist einer der größten Konkurrenten von PayPal.
- Kurzprofil: Entwicklerfreundliche Plattform mit starkem Ökosystem für Marktplätze, Abos und internationale Zahlarten.
- USPs:
- Stripe Connect für Marktplätze (Onboarding, Split-Payments).
- Radar (ML-basiertes Fraud-Management).
- Breite lokale Zahlarten (z. B. iDEAL, SEPA, Alipay, WeChat Pay).
- Billing und Tax als integrierte Module.
- Ideal für: Marktplätze, SaaS/Abos, internationale Expansion.
- Standards/Integration: siehe Kapitel Sicherheit/Integration.
Braintree
Braintree wurde 2007 als unabhängiges Institut gegründet und stieg innerhalb von 4 Jahren auf Platz 47 in der Rangliste der 500 schnell wachsenden Organisationen der Zeitschrift Inc. auf.
- Kurzprofil: Flexible Enterprise-Lösung mit tiefer PayPal-/Venmo-Anbindung und starker Eignung für komplexe Auszahlungslogiken.
- USPs:
- Braintree Marketplace für aufteilbare Zahlungsflüsse.
- Direkte PayPal-/Venmo-Integration (US).
- ACH-Lastschriften (US) zusätzlich zu Karten/Wallets.
- Optionale Unterstützung ausgewählter Krypto-Zahlungen.
- Ideal für: Marktplätze, Mobile-first, PayPal-zentrierte Shops.
- Standards/Integration: siehe Kapitel Sicherheit/Integration.
Dwolla
Dwolla ist ein Zahlungsdienstleister (PSP), der Anbietern eine sichere und zuverlässige Plattform zum Senden, Empfangen und Erleichtern von Banküberweisungen bietet.
- Kurzprofil: Spezialisiert auf Bank-zu-Bank-Zahlungen (ACH) im US-Markt, fokussiert auf programmierbare Geldflüsse.
- USPs:
- White-Label-ACH mit virtuellen Konten.
- Same-Day-/Nachttags-ACH-Optionen.
- Ereignisgesteuerte Workflows via Webhooks.
- Ideal für: Fintechs/Plattformen in den USA mit hohem ACH-Anteil.
- Standards/Integration: siehe Kapitel Sicherheit/Integration.
Authorize.net
Authorize.net ist ein bekannter Anbieter von Zahlungsgateways, der eine Reihe von Funktionen und Vorteilen bietet.
- Kurzprofil: Bewährtes Gateway mit starker Unterstützung für MOTO/virtuelles Terminal und B2B-Anforderungen.
- USPs:
- Virtuelles Terminal und Telefon-/Mail-Order-Zahlungen.
- eCheck/ACH zusätzlich zu Karten.
- Advanced Fraud Detection Suite (AFDS) mit konfigurierbaren Filtern.
- Level II/III-Daten für B2B-/Beschaffungskarten.
- Ideal für: B2B, stationäre/telefonische Verkäufe, US-Fokus.
- Standards/Integration: siehe Kapitel Sicherheit/Integration.
WePay
WePay ist ein Zahlungsdienstleister, der eine Reihe von Lösungen anbietet, um dich bei der Abwicklung von Zahlungen und damit verbundenen Finanzdienstleistungen zu unterstützen.
- Kurzprofil: Plattformorientierte, integrierte Zahlungen mit Banknähe (JPMorgan Chase), ausgelegt auf SaaS und Marktplätze.
- USPs:
- White-Label-Modelle und Plattform-Monetarisierung.
- Steuerbare Auszahlungs- und Onboarding-Flows.
- Enge Anbindung ans JPMorgan-Ökosystem.
- Ideal für: Software-Plattformen, die Zahlungen nativ einbetten wollen.
- Standards/Integration: siehe Kapitel Sicherheit/Integration.
Mollie
Mollie ist ein Zahlungsdienstleister mit Sitz in den Niederlanden, der Online-Zahlungslösungen anbietet.
- Kurzprofil: Europäisch geprägter PSP mit schneller Inbetriebnahme und starker Abdeckung lokaler Zahlarten.
- USPs:
- iDEAL, Bancontact, SEPA, giropay, eps out-of-the-box.
- Viele fertige Plugins (Shopware, WooCommerce, Magento etc.).
- Transparente, methodenbasierte Gebühren ohne Grundgebühr.
- Ideal für: DACH/Benelux-Fokus, Shopsysteme mit Plugin-Setup.
- Standards/Integration: siehe Kapitel Sicherheit/Integration.
Klarna
Klarna ist ein schwedischer Zahlungsdienstleister, der im Jahr 2005 gegründet wurde
- Kurzprofil: BNPL-Spezialist mit Checkout-Komponenten und breiter Konsumentenreichweite über die Klarna-App.
- USPs:
- „Später bezahlen“, Ratenkauf („Slice it“) und Sofortzahlung.
- Händler erhält in der Regel den Betrag sofort; Risiko übernimmt Klarna.
- On-Site-Messaging und Checkout-Optimierungen.
- Ideal für: Händler mit Fokus auf Conversion und Warenkörbe mit BNPL-Potenzial.
- Standards/Integration: siehe Kapitel Sicherheit/Integration.
Amazon Pay
Amazon Pay ist eines der besten Zahlungsgateways für den Handel. Es bietet einen unkomplizierten Zahlungsvorgang ähnlich dem von Amazon.
- Kurzprofil: Nutzt das vertraute Amazon-Konto der Kund:innen für einen schnellen, reibungslosen Checkout außerhalb von Amazon.
- USPs:
- Login mit Amazon: gespeicherte Adressen und Zahlungsdaten verkürzen den Checkout.
- Hoher Vertrauenseffekt dank Amazon-Branding und A-bis-Z-Garantie für Käufer.
- Einfache Einbindung über „Amazon Pay“-Buttons/Widgets.
- Ideal für: Shops mit großer Überschneidung zu Amazon-Kund:innen, schnelle Conversion-Gewinne.
- Standards/Integration: siehe Kapitel Sicherheit/Integration.
Square
Square bietet ein umfassendes Angebot an Zahlungsprodukten und -dienstleistungen und ist damit ein vielseitiger Anbieter von Zahlungsdiensten.
- Kurzprofil: Omnichannel-Zahlungen mit starker POS-Hardware und einem breiten SMB-Ökosystem.
- USPs:
- Integrierte POS-Hardware (Reader, Terminal, Register) plus Kassensoftware.
- Omnichannel-Tools: Online-Shop, Rechnungen, Virtual Terminal aus einer Hand.
- Zusatzmodule für KMU: Inventar, Mitarbeiterverwaltung, Berichte.
- Ideal für: Stationäre Händler mit Online-Erweiterung, Pop-ups, Gastronomie/KMU.
- Standards/Integration: siehe Kapitel Sicherheit/Integration.
2Checkout (Verifone)
2Checkout ist ein Zahlungsdienstleister, der eine Reihe von Dienstleistungen anbietet, die es dir ermöglichen, Zahlungen online zu akzeptieren.
- Kurzprofil: Global orientierte Commerce-/Payment-Lösung mit starkem Fokus auf digitale Güter und Abos.
- USPs:
- Subscription-/Recurring-Billing für SaaS und digitale Produkte.
- Lokalisierter Checkout mit vielen Zahlarten und Währungen für internationale Verkäufe.
- Module für Steuern/Compliance und Markteintritt (z. B. länderspezifische Vorgaben).
- Paketierte Angebote (z. B. für Verkaufen, Abos, Monetarisierung).
- Ideal für: Software-/Digitalanbieter, die schnell international skalieren möchten.
- Standards/Integration: siehe Kapitel Sicherheit/Integration.
Zahlungsanbieter: Sicherheit, Standards und Praxis
- Regulatorik EU/DACH: PSD2 mit Starker Kundenauthentifizierung (SCA); in DE zusätzlich ZAG/BaFin-Aufsicht für lizenzierte Anbieter.
- Kartendatensicherheit: PCI DSS – je nach Checkout-Variante unterschiedlich hoher Aufwand (gehostet/Elements = geringer Scope, direkte API = höher).
- Authentifizierung: 3D Secure 2 für Karten; handling von Frictionless/Challenge-Flows, Ausnahmen (z. B. Low-Value, TRA) je nach PSP.
- Tokenisierung & Vaulting: Ersatz sensibler Kartendaten durch Tokens; sichere Speicherung wiederkehrender Zahlungsdaten.
- Transport/Speicher: TLS 1.2+ für Übertragung, Verschlüsselung at rest, HSTS; minimierte Datenerhebung.
- Fraud-Prevention: Kombination aus Regeln, Device-Fingerprinting, Listen (Allow/Deny), Risiko-Profilen pro Markt/Produkt.
- Zugriff & Protokollierung: 2FA fürs Händler-Dashboard, Rollen-/Rechtekonzept, Audit-Logs.
- Datenschutz: DSGVO-konforme Auftragsverarbeitung, Datenminimierung, Aufbewahrungs- und Löschfristen.
- Betrieb/Resilienz: Statusseiten, Incident-Management, Webhook-Retries, Rate Limits, Monitoring/Alerts.
So lassen sich Zahlungsdienstleister integrieren
- Zielbild definieren: Zahlarten, Länder, KPIs (Conversion, Kosten, Auszahlungszyklus), Dispute-Strategie.
- PSP auswählen: Gebührenmodell, unterstützte Zahlarten/Länder, SCA-Handling, Auszahlungslogik, Support/SLAs, Tech-Stack.
- Konto & Schlüssel: Registrierung, Händlerverifizierung, Test- und Live-API-Keys, Webhook-Endpunkte anlegen.
- Checkout-Variante wählen:
- Gehostete Zahlungsseite: schnell, minimaler PCI-Aufwand, begrenzte UI-Kontrolle.
- Komponenten/Elements: eigene UI mit PSP-Komponenten; sensible Daten gehen direkt an den PSP.
- Direkte API: maximale Kontrolle, höchster PCI-Aufwand.
- Implementierung:
- Frontend: Einbindung der Komponenten/SDKs, Erzeugung von Payment-Method-Tokens.
- Backend: Erstellen/Capturen von Zahlungen, Idempotency Keys, Webhooks für Statusänderungen (erfolgreich, fehlgeschlagen, Dispute, Refund).
- Tests (Sandbox): Erfolgreich/abgelehnt, 3DS-Challenge, Refund/Teilrefund, Abo-Flow, Dispute-Fälle, Währungswechsel.
- Go-live: Live-Keys/Webhooks umstellen, SCA-Ausnahmen prüfen, Limits/Rate Limits setzen, Fallback-Flows testen.
- Betrieb: Monitoring/Alerts, tägliche Reconciliation, Rückerstattungsprozesse, Dispute-Fristen, regelmäßige SDK-/API-Updates.
- Compliance: PCI-SAQ passend zur Integration, AV-Vertrag (DSGVO), rechtliche Texte (AGB/Datenschutz) aktualisieren.
FAQs
- Was ist der Unterschied zwischen PSP, Gateway und Acquirer?
- PSP bündelt Zahlarten und stellt meist das Gateway. Das Gateway ist die technische Schnittstelle. Der Acquirer (Bank) wickelt Kartentransaktionen ab. Manche Anbieter sind „Full‑Stack“ und decken alles ab.
- Welche Gebühren fallen typischerweise an?
- Pro Transaktion Prozent + Fixbetrag, dazu ggf. Auszahlungs-, Chargeback-, Refund- und FX-Gebühren. Preismodelle: Flat Rate, Tiered, Interchange‑Plus. Immer methodenabhängig vergleichen.
- Wie schnell bekomme ich Auszahlungen?
- Je nach Anbieter 1–7 Tage; teils Next‑Day/Instant gegen Aufpreis. Wallets/BNPL zahlen Händler oft sofort aus.
- Brauche ich ein eigenes Händlerkonto?
- Bei Full‑Stack‑PSPs meist nein. Klassische Gateways erfordern ein separates Händlerkonto beim Acquirer.
- Muss ich PCI‑DSS erfüllen?
- Ja, aber der Aufwand hängt vom Checkout ab: gehostet/Components → meist SAQ A, direkte API → höherer Scope (z. B. SAQ A‑EP/D).
- Was bedeutet PSD2/SCA für mich?
- Starke Kundenauthentifizierung ist im EWR Pflicht. 3D Secure 2 einsetzen; Ausnahmen (TRA, Low‑Value, Whitelisting) kann der PSP steuern.
- Welche Zahlarten sind für DACH besonders wichtig?
- Karten + Apple/Google Pay, SEPA‑Lastschrift, Rechnung/BNPL; DE: giropay, AT: eps, NL: iDEAL, BE: Bancontact (bei EU‑Fokus).
- Wie optimiere ich die Checkout‑Conversion?
- Lokale Zahlarten anzeigen, One‑Page‑Checkout, Auto‑Fill, Gast‑Kauf, klare Fehlermeldungen, 3DS2 möglichst frictionless.
- Wie gehe ich mit Chargebacks um?
- Sofort reagieren, Belege/Reason Code prüfen, nur aussichtsreiche Cases anfechten. Ziel: Quote <1%, Ursachen (Fraud/Service/Versand) systematisch reduzieren.
- Kann ich mehrere PSPs parallel nutzen?
- Ja, via Payment Orchestration. Vorteile: Fallback, Smart Routing, bessere Approval Rates. Nachteil: mehr Komplexität/Kosten.
- Wie wechsle ich den PSP ohne Downtime?
- Parallelbetrieb, schrittweises Traffic‑Umlenken, Token‑Migration vertraglich klären, Webhooks/Dashboards doppelt monitoren.
- Kann ich Kartentokens zwischen PSPs migrieren?
- Oft ja, per PCI‑konformer Token‑Exchange zwischen Anbietern. Vorab NDA/Vertrag und Migrationsplan fixieren.
- Unterstützt der PSP Abos und Dunning?
- Viele bieten Billing mit Retries, Ablaufmanagement und SEPA‑Mandaten. Prüfe Retry‑Logik, Prorations und Steuerhandling.
- Brauche ich für Apple/Google Pay etwas Besonderes?
- Domain-/Merchant‑Verifizierung, TLS und unterstützte Karten der Kundenbank. Besonders auf Mobilgeräten konvertieren diese Wallets gut.
- Was ist BNPL und lohnt es sich?
- „Buy Now, Pay Later“ (z. B. Klarna, PayPal Raten). Steigert Conversion/Warenkorb, kostet aber mehr Gebühren – Zielgruppe und Margen prüfen.
- Welche Daten darf ich speichern (DSGVO)?
- Nur notwendige Daten, AV‑Vertrag mit PSP, definierte Aufbewahrungs-/Löschfristen. Kartendaten selbst nur mit entsprechendem PCI‑Scope.
- Was sind Level II/III‑Daten?
- Erweiterte Felder für Firmen-/Behördenkarten. Vollständige Übermittlung kann die Kartenentgelte senken (relevant im B2B).
- Wie wirken sich Fremdwährungen aus?
- Abrechnung erfolgt in deiner Settlement‑Währung; bei Fremdwährungen fallen FX‑Spreads an. DCC im Checkout kritisch prüfen.
- Was ist Autorisierung vs. Capture?
- Autorisierung reserviert den Betrag; Capture belastet ihn. Storno vor Capture vs. Refund nach Capture unterscheiden.
- Welche KPIs sollte ich tracken?
- Approval Rate, 3DS‑Challenge‑Rate, Fraud-/Chargeback‑Rate, Refund‑Rate, Payment Cost %, Auszahlungsdauer, Abbruchpunkte im Checkout.
- Worauf müssen „High‑Risk“-Händler achten?
- Eingeschränkte PSP‑Auswahl, höhere Gebühren/Reserven, striktes KYC/Fraud‑Setup, klare Policies für Rückgaben und Fulfillment.
- Kann ich Gebühren verhandeln?
- Ab Volumen/MRR/X‑Warenkorbgrößen oft ja. Argumente: Transaktionsvolumen, Mix der Zahlarten/Länder, Risiko-/Chargeback‑Profil.







