Sales Funnel im Marketing: Phasen, Aufbau, Beispiele & Optimierung

Ein erfolgreicher Vertrieb passiert selten zufällig. Stattdessen folgt die Kundengewinnung häufig einer strukturierten Reise: Menschen werden auf ein Angebot aufmerksam, informieren sich, vergleichen Lösungen, treffen eine Entscheidung und werden im besten Fall zu langfristigen Kunden.

Dieses Modell wird als Sales Funnel oder Verkaufstrichter bezeichnet.

Ein Sales Funnel hilft dir dabei, potenzielle Kunden entlang ihrer Customer Journey gezielt anzusprechen und zu erkennen, an welcher Stelle Interessenten abspringen.

In diesem Artikel erfährst du:

  • was ein Sales Funnel ist,
  • welche Phasen ein Verkaufstrichter hat,
  • was TOFU, MOFU und BOFU bedeuten,
  • welche Inhalte und Werbeanzeigen zu den einzelnen Phasen passen,
  • wie sich B2B- und B2C-Funnel unterscheiden,
  • welche KPIs du messen solltest,
  • wie CRM und Automatisierung den Funnel unterstützen und
  • welche Sales-Funnel-Beispiele sich auf die Praxis übertragen lassen.
Verkaufstrichter

Was ist ein Sales Funnel?

Ein Sales Funnel ist ein Modell, das den Weg eines potenziellen Kunden von der ersten Wahrnehmung eines Angebots bis zum Kauf und darüber hinaus beschreibt.

Der Begriff bedeutet auf Deutsch Verkaufstrichter. Das Bild des Trichters passt, weil am Anfang meist viele Menschen mit einem Unternehmen oder Angebot in Kontakt kommen, während nur ein Teil davon tatsächlich kauft.

Das Ziel besteht nicht darin, möglichst viele Menschen blind durch den Funnel zu drücken. Viel wichtiger ist es, relevante Interessenten zu gewinnen, weiterzuentwickeln und ihnen zum richtigen Zeitpunkt die passenden Informationen oder Angebote bereitzustellen.

Ein Funnel kann beispielsweise so aussehen:

Aufmerksamkeit → Interesse → Überlegung → Entscheidung → Kauf → Kundenbindung

Dabei verlaufen Customer Journeys in der Praxis nicht immer linear. Ein Nutzer kann beispielsweise direkt über Google nach einem Produkt suchen, mehrere Vergleichsseiten besuchen und erst Wochen später kaufen.

Sales Funnel und Customer Journey

Die Begriffe Sales Funnel und Customer Journey werden häufig ähnlich verwendet, beschreiben aber nicht exakt dasselbe.

Die Customer Journey beschreibt stärker die tatsächlichen Kontaktpunkte und Erfahrungen eines Kunden.

Der Sales Funnel ist dagegen ein Management- und Analysemodell, mit dem Marketing und Vertrieb die verschiedenen Phasen und Übergänge strukturieren.

Beide Perspektiven ergänzen sich:

Customer Journey: Was erlebt und macht der Kunde?

Sales Funnel: Wie können Marketing und Vertrieb den Prozess messbar begleiten und optimieren?

Warum ist ein Sales Funnel wichtig?

Ein strukturierter Funnel hilft dir dabei:

  • deine Zielgruppe besser zu verstehen,
  • Marketingmaßnahmen nach Kaufbereitschaft auszurichten,
  • Leads zu qualifizieren,
  • Conversion Rates zu verbessern,
  • Vertriebsprozesse zu strukturieren,
  • Budgets gezielter einzusetzen,
  • Schwachstellen im Verkaufsprozess zu erkennen und
  • Umsätze besser planbar zu machen.

Ohne klare Funnel-Struktur kann beispielsweise viel Traffic auf einer Website entstehen, ohne dass daraus genügend Anfragen oder Verkäufe entstehen.

Die 5 Phasen des Sales Funnels

Ein einfaches Modell besteht aus fünf Phasen:

  1. Awareness – Aufmerksamkeit
  2. Interest – Interesse
  3. Consideration – Überlegung
  4. Decision – Entscheidung
  5. Action & Retention – Kauf und Kundenbindung

Die Grenzen zwischen den Phasen sind nicht immer scharf. Je nach Geschäftsmodell können weitere Stufen sinnvoll sein.


1. Awareness: Aufmerksamkeit erzeugen

In der Awareness-Phase nimmt ein potenzieller Kunde dein Unternehmen, deine Marke oder ein Problem erstmals wahr.

Der Nutzer muss noch keine konkrete Kaufabsicht haben.

Typische Maßnahmen

  • SEO und Blogartikel
  • Social Media
  • YouTube
  • PR und Empfehlungen
  • Google Ads
  • Social Ads
  • Display Advertising
  • informative Videos

Beispiel

Eine Person sucht nach:

„Wie kann ich meine Stromkosten senken?“

Ein Anbieter für Photovoltaik veröffentlicht dazu einen Ratgeber.

Das Ziel ist zunächst nicht der sofortige Vertragsabschluss, sondern Aufmerksamkeit und relevanter Erstkontakt.

Passende KPIs

  • Reichweite
  • Impressionen
  • Videoaufrufe
  • Websitebesuche
  • organischer Traffic
  • CTR

Werbeanzeigen-Beispiel für Awareness

Hohe Stromkosten?
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Die Anzeige verkauft noch nicht aggressiv das Produkt. Sie führt zunächst in ein informatives Angebot.


2. Interest: Interesse aufbauen

Der Interessent beschäftigt sich intensiver mit einem Thema.

Jetzt geht es darum, Vertrauen aufzubauen und relevante Informationen bereitzustellen.

Typische Inhalte

  • Ratgeber
  • E-Books
  • Newsletter
  • Webinare
  • Checklisten
  • Videos
  • Case Studies
  • Produktinformationen

Beispiel

Der Besucher liest den Ratgeber zur Stromkostensenkung und lädt anschließend einen kostenlosen Photovoltaik-Rechner herunter.

Damit entsteht ein deutlich stärkeres Signal für Interesse.

Ziel

Aus anonymem Traffic soll ein relevanter Interessent werden.

Werbeanzeigen-Beispiel

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3. Consideration: Lösungen vergleichen

In der Consideration-Phase prüft der potenzielle Kunde verschiedene Lösungen.

Er fragt sich beispielsweise:

  • Welche Anbieter gibt es?
  • Welche Lösung passt zu mir?
  • Was kostet sie?
  • Welche Vorteile bietet sie?
  • Welche Erfahrungen haben andere Kunden gemacht?

Besonders wichtig

  • Produktvergleiche
  • Referenzen
  • Kundenbewertungen
  • Fallstudien
  • Produkt-Demos
  • FAQ
  • Webinare
  • transparente Leistungsbeschreibungen

Beispiel

Ein Unternehmen sucht eine CRM-Software und vergleicht drei Anbieter.

Jetzt reichen allgemeine Informationen nicht mehr aus. Der Anbieter muss konkrete Unterschiede und Vorteile verständlich machen.

Werbeanzeigen-Beispiel

CRM-System für wachsende Vertriebsteams
Vergleiche Funktionen, Automatisierung und Reporting in einer kostenlosen Demo.
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4. Decision: Kaufentscheidung erleichtern

Der Interessent ist grundsätzlich bereit zu kaufen, hat aber möglicherweise noch offene Fragen oder Bedenken.

Typische Hindernisse:

  • Preis
  • Vertragslaufzeit
  • fehlendes Vertrauen
  • technische Fragen
  • fehlende Referenzen
  • komplizierter Bestellprozess

Was jetzt hilft

  • Testimonials
  • Fallstudien
  • Demo
  • Beratungsgespräch
  • kostenlose Testphase
  • klare Preisangaben
  • Garantien, sofern tatsächlich angeboten
  • einfache Termin- oder Kaufprozesse

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Der Call-to-Action ist jetzt deutlich näher am Abschluss.


5. Action & Retention: Kauf und Kundenbindung

Der Kauf ist nicht das Ende des Funnels.

Nach dem Abschluss beginnt die Phase der Kundenbindung.

Wichtige Maßnahmen:

  • Onboarding
  • Support
  • Feedback
  • E-Mail-Kommunikation
  • Cross-Selling
  • Upselling
  • Kundenprogramme
  • Empfehlungsmarketing

Das Ziel ist eine langfristige Kundenbeziehung.

Ein zufriedener Kunde kann:

  • erneut kaufen,
  • zusätzliche Leistungen buchen,
  • länger Kunde bleiben,
  • andere Produkte erwerben,
  • Empfehlungen aussprechen.

Werbeanzeigen-Beispiel für Bestandskunden

Mehr aus deiner bestehenden Lösung herausholen
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TOFU, MOFU und BOFU: Was bedeuten die Funnel-Stufen?

Neben dem 5-Phasen-Modell wird häufig mit TOFU, MOFU und BOFU gearbeitet.

TOFU – Top of Funnel

TOFU steht für Top of Funnel.

Hier befindet sich die Zielgruppe am Anfang der Customer Journey.

Ziel

Aufmerksamkeit und Reichweite.

Geeignete Inhalte

  • Blogartikel
  • Videos
  • Social Media
  • Infografiken
  • Ratgeber
  • informative Anzeigen

MOFU – Middle of Funnel

MOFU steht für Middle of Funnel.

Die Zielgruppe kennt das Problem und beschäftigt sich mit möglichen Lösungen.

Ziel

Interesse und Vertrauen.

Geeignete Inhalte

  • Webinare
  • E-Books
  • Case Studies
  • Vergleiche
  • Newsletter
  • Produktinformationen

BOFU – Bottom of Funnel

BOFU steht für Bottom of Funnel.

Der Interessent ist nahe an einer Kaufentscheidung.

Ziel

Conversion.

Geeignete Maßnahmen

  • Demo
  • Beratung
  • Angebot
  • Produktvergleich
  • Testphase
  • konkreter Kauf-CTA

Einfacher Überblick

FunnelNutzerstatusZielGeeignete Inhalte
TOFUProblem/Marke wird erstmals wahrgenommenAufmerksamkeitRatgeber, Video, Social Ads
MOFULösungen werden geprüftVertrauenVergleich, Webinar, Case Study
BOFUKauf steht bevorConversionDemo, Angebot, Beratung

Welche Inhalte passen zu welcher Funnel-Phase?

Eine häufige Fehlerquelle ist, in jeder Funnel-Phase dieselbe Botschaft zu verwenden.

Besser ist eine Abstufung:

PhaseNutzerfrageContentCTA
Awareness„Was ist das Problem?“Ratgeber, VideoMehr erfahren
Interest„Welche Lösungen gibt es?“Guide, WebinarGuide herunterladen
Consideration„Welche Lösung passt?“Vergleich, Case StudyVergleich ansehen
Decision„Warum dieser Anbieter?“Demo, AngebotBeratung anfragen
Retention„Wie bekomme ich mehr Nutzen?“Support, Tipps, AngeboteErweiterung ansehen

Die konkrete Ausgestaltung sollte zum Geschäftsmodell und zur Kaufdauer passen.

Sales-Funnel und Werbeanzeigen

Bezahlte Werbung kann mehrere Funnel-Phasen unterstützen.

Awareness-Ad

Ziel: Aufmerksamkeit

5 Fehler, die Unternehmen bei ihrer Leadgenerierung machen
Erfahre, welche Fehler häufig unnötige Kosten verursachen.
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Consideration-Ad

Ziel: Bewertung

Welche CRM-Lösung passt zu deinem Vertrieb?
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Conversion-Ad

Ziel: Abschluss

Bereit für mehr qualifizierte Leads?
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Retargeting-Ad

Ziel: erneute Aktivierung

Du hast dir unsere Lösung bereits angesehen.
Jetzt kannst du sie in einer kostenlosen Demo kennenlernen.
CTA: Demo buchen

Retargeting sollte möglichst auf dem bisherigen Nutzerverhalten aufbauen. Ein Besucher einer Produktseite benötigt beispielsweise eine andere Botschaft als ein Nutzer, der bereits gekauft hat.

Sales Funnel für B2B und B2C

B2B Sales Funnel

B2B-Funnel sind häufig komplexer.

Typische Besonderheiten:

  • mehrere Entscheidungsträger,
  • längere Verkaufszyklen,
  • höhere Vertragswerte,
  • Beratungsbedarf,
  • individuelle Angebote.

Ein möglicher B2B-Funnel:

LinkedIn/Google → Landingpage → Whitepaper → Lead → Qualifizierung → Demo → Angebot → Abschluss

B2B-Praxisbeispiel

Ein Softwareanbieter richtet eine LinkedIn-Kampagne an Vertriebsleiter.

Awareness: Fachbeitrag zur Vertriebsautomatisierung

Interest: kostenloser Leitfaden

Consideration: Case Study und Demo

Decision: persönliches Beratungsgespräch

Action: Vertrag

Retention: Onboarding und Upselling

B2C Sales Funnel

B2C-Funnel sind häufig volumenorientierter und können deutlich kürzere Entscheidungswege haben.

Beispiel:

Social Ad → Produktseite → Produktvergleich → Warenkorb → Kauf → E-Mail-Marketing → Wiederkauf

Dabei kann der Kauf emotionaler und spontaner erfolgen. Das ist jedoch stark abhängig vom Produkt.

Sales-Funnel-Beispiele aus der Praxis

1. B2B: Softwareanbieter

Ein Anbieter von Buchhaltungssoftware spricht Selbstständige und kleine Unternehmen an.

Awareness

Google Ads und SEO führen zu Ratgebern wie:

„Buchhaltung für Selbstständige: Was musst du beachten?“

Interest

Der Besucher lädt eine Checkliste herunter oder registriert sich für einen kostenlosen Test.

Consideration

Er sieht Produktfunktionen, Kundenbeispiele und Vergleichsinformationen.

Decision

Eine Demo oder ein persönliches Gespräch beantwortet letzte Fragen.

Action & Retention

Der Nutzer wird Kunde und erhält Onboarding, Support und später passende Erweiterungen.


2. B2C: Photovoltaik-Anbieter

Awareness

Google Ads und informative Inhalte erreichen Menschen mit Fragen zu Stromkosten und Photovoltaik.

Interest

Ein Rechner oder Ratgeber liefert eine erste Einschätzung.

Consideration

Der Nutzer vergleicht Kosten, Modelle, Leistungen und Anbieter.

Decision

Eine persönliche Beratung und ein individuelles Angebot helfen bei der Entscheidung.

Action & Retention

Nach dem Abschluss folgen Installation, Service und gegebenenfalls weitere Angebote.


3. E-Commerce: Fitness- oder Bekleidungsmarke

Awareness

Social Ads, Influencer und Content erzeugen Aufmerksamkeit.

Interest

Der Nutzer besucht eine Produktseite und sieht Bilder, Videos und Bewertungen.

Consideration

Er vergleicht Produkte und liest Rezensionen.

Decision

Ein klarer CTA und ein einfacher Checkout reduzieren Reibung.

Retention

Nach dem Kauf folgen Produktinformationen, Newsletter und passende Empfehlungen.


4. Content-getriebener Funnel

Ein Medien- oder Bildungsanbieter kann über kostenlose Inhalte Aufmerksamkeit erzeugen.

YouTube/Blog → Newsletter → Premium-Inhalt → Produkt/Kurs → Kundenbindung

Der Mehrwert des kostenlosen Contents baut Vertrauen auf und schafft langfristig eine Zielgruppe, die für weitere Angebote empfänglich ist.


Verkaufsgespräch im Sales Funnel

Im B2B-Vertrieb ist das Verkaufsgespräch häufig ein wichtiger Schritt zwischen Lead und Abschluss.

Eine mögliche Struktur:

  1. Begrüßung und Kontext
  2. Bedarfsermittlung
  3. Probleme und Ziele verstehen
  4. passende Lösung vorstellen
  5. Fragen und Einwände klären
  6. nächsten Schritt vereinbaren

Entscheidend ist, nicht zu früh in einen Produkt-Pitch zu wechseln.

Gute Fragen können beispielsweise sein:

  • Was möchten Sie aktuell verbessern?
  • Wo entsteht momentan der größte Aufwand?
  • Welche Lösung nutzen Sie heute?
  • Was wäre für Sie ein erfolgreiches Ergebnis?
  • Wer ist an der Entscheidung beteiligt?

Lead-Qualifizierung im Sales Funnel

Nicht jeder Lead ist automatisch ein guter Lead.

Eine einfache Qualifizierung kann beispielsweise folgende Kriterien betrachten:

  • passt die Zielgruppe?
  • besteht ein konkreter Bedarf?
  • gibt es ein realistisches Budget?
  • besteht ein sinnvoller zeitlicher Rahmen?
  • ist die richtige Person beteiligt?

Bei komplexeren B2B-Prozessen können strukturierte Frameworks wie BANT oder andere unternehmensspezifische Kriterien eingesetzt werden.

Das Ziel besteht darin, Vertriebsressourcen auf die Leads zu konzentrieren, bei denen eine echte Verkaufschance besteht.

CRM und Marketing Automation

Ein CRM-System hilft dabei, Leads, Kunden und Interaktionen zentral zu verwalten.

Typische Informationen:

  • Kontaktdaten
  • Quelle des Leads
  • bisherige Interaktionen
  • Status im Funnel
  • Termine
  • Angebote
  • Verkaufschancen
  • nächste Aktion

Marketing Automation kann wiederkehrende Prozesse unterstützen.

Beispiel:

E-Book heruntergeladen → E-Mail 1 → Webinar-Einladung → E-Mail 2 → Sales-Qualifizierung

Automatisierung sollte dabei nicht zu beliebigem Spam führen. Die Kommunikation muss zur Einwilligung, Zielgruppe und bisherigen Interaktion passen.

Wichtige KPIs im Sales Funnel

Um einen Funnel zu optimieren, solltest du nicht nur den Umsatz betrachten.

Traffic

Wie viele relevante Besucher kommen in den Funnel?

Conversion Rate

Wie viele Nutzer führen die gewünschte Aktion aus?

Conversion Rate = Conversions / Besucher × 100

Lead-to-Customer-Rate

Wie viele Leads werden zu Kunden?

Lead-to-Customer-Rate = Kunden / Leads × 100

Customer Acquisition Cost

Wie viel kostet die Gewinnung eines Kunden?

CAC = Akquisitionskosten / Neukunden

Customer Lifetime Value

Der Customer Lifetime Value (CLV) beschreibt den wirtschaftlichen Wert eines Kunden über die Kundenbeziehung.

Verkaufszyklus

Wie viel Zeit vergeht vom ersten qualifizierten Kontakt bis zum Abschluss?

Churn Rate

Wie viele Kunden oder Abonnenten gehen in einem bestimmten Zeitraum verloren?

Funnel-Analyse

Ein einfaches Beispiel:

10.000 Besucher
↓ 5 % Conversion
500 Leads
↓ 20 % werden qualifiziert
100 qualifizierte Leads
↓ 25 % Abschlussrate
25 Kunden

Damit kannst du erkennen, an welcher Stelle Optimierung besonders viel bewirken könnte.

Wie optimiert man einen Sales Funnel?

1. Daten analysieren

Identifiziere die größten Abbrüche.

2. Landingpages optimieren

Prüfe:

  • Botschaft
  • Ladezeit
  • Vertrauenselemente
  • Formular
  • CTA
  • mobile Darstellung

3. A/B-Tests durchführen

Teste beispielsweise:

  • Headlines
  • CTAs
  • Bilder
  • Formulare
  • Angebote

4. Lead-Qualifizierung verbessern

Nicht möglichst viele Leads sind das Ziel, sondern möglichst viele relevante Leads.

5. Follow-up verbessern

Definiere klare nächste Schritte für neue Leads.

6. Retargeting einsetzen

Erreiche Nutzer erneut, wenn dies für den jeweiligen Kontext sinnvoll und datenschutzrechtlich zulässig ist.

7. Kundenbindung ausbauen

Analysiere Wiederkäufe, Churn, Empfehlungen und Cross-Selling.

Häufige Fehler im Sales Funnel

Zu viel Traffic, zu wenig Conversion

Reichweite allein ist kein Geschäftserfolg.

Eine Botschaft für alle Phasen

Ein Nutzer am Anfang der Recherche braucht andere Informationen als jemand kurz vor dem Kauf.

Zu frühes Verkaufen

Wer direkt mit einem Angebot startet, obwohl der Nutzer noch gar kein Problemverständnis aufgebaut hat, kann unnötig Absprünge erzeugen.

Schlechte Übergabe zwischen Marketing und Vertrieb

Wenn Leads nicht sauber qualifiziert und übergeben werden, entstehen Reibungsverluste.

Kein Follow-up

Ein Lead, der heute noch nicht kauft, kann später kaufbereit sein.

Funnel endet beim Kauf

Wer Kundenbindung ignoriert, verschenkt Potenzial für Wiederkäufe und Empfehlungen.

Sales Funnel vs. Marketing Funnel

Die Begriffe werden teilweise synonym verwendet.

Vereinfacht lässt sich unterscheiden:

Marketing Funnel: Fokus auf Aufmerksamkeit, Interesse, Content und Leadgenerierung.

Sales Funnel: Fokus auf Qualifizierung, Verkaufsgespräch, Angebot und Abschluss.

In der Praxis überschneiden sich beide Bereiche stark. Besonders im B2B arbeiten Marketing und Vertrieb häufig mit einem gemeinsamen Funnel-Modell.

FAQ zum Sales Funnel

Was ist ein Sales Funnel einfach erklärt?

Ein Sales Funnel beschreibt den Weg eines potenziellen Kunden von der ersten Aufmerksamkeit bis zum Kauf und zur Kundenbindung.

Welche 5 Phasen hat ein Sales Funnel?

Ein verbreitetes Modell besteht aus Awareness, Interest, Consideration, Decision sowie Action & Retention.

Was bedeutet TOFU, MOFU und BOFU?

TOFU steht für Top of Funnel, MOFU für Middle of Funnel und BOFU für Bottom of Funnel. Die Begriffe beschreiben vereinfacht frühe, mittlere und späte Phasen der Customer Journey.

Was ist ein gutes Sales-Funnel-Beispiel?

Ein typischer Funnel kann so aussehen:

Google Ads → Landingpage → Lead-Magnet → Qualifizierung → Beratung → Angebot → Kauf → Kundenbindung

Was ist der Unterschied zwischen Sales Funnel und Customer Journey?

Die Customer Journey beschreibt stärker die tatsächliche Reise und die Kontaktpunkte des Kunden. Der Sales Funnel ist ein Modell zur Strukturierung und Steuerung des Verkaufsprozesses.

Welche KPIs sollte ein Sales Funnel haben?

Je nach Geschäftsmodell sind unter anderem Traffic, Conversion Rate, Leads, qualifizierte Leads, Lead-to-Customer-Rate, CAC, CLV, Verkaufszyklus und Churn relevant.

Wie lange dauert ein Sales Funnel?

Das hängt stark vom Angebot ab. Ein E-Commerce-Kauf kann innerhalb weniger Minuten erfolgen, während ein komplexer B2B-Verkauf mehrere Wochen oder Monate dauern kann.

Was ist ein Funnel im Marketing?

Ein Marketing Funnel beschreibt die Entwicklung von einer ersten Wahrnehmung bis zu einer gewünschten Aktion. Der Sales Funnel betrachtet insbesondere den Weg in Richtung Verkauf und darüber hinaus.

Fazit

Ein Sales Funnel hilft dir, Kundengewinnung und Vertrieb strukturiert zu betrachten.

Die entscheidende Frage lautet nicht:

„Wie bekomme ich möglichst viele Menschen auf meine Website?“

Sondern:

„Wie führe ich die richtigen Menschen mit relevanten Informationen zum richtigen Zeitpunkt zur nächsten sinnvollen Handlung?“

Ein erfolgreicher Funnel verbindet deshalb:

Zielgruppe → Aufmerksamkeit → relevanter Content → Qualifizierung → Vertrauen → Entscheidung → Kauf → Kundenbindung

Wer die einzelnen Phasen analysiert, passende Inhalte und Werbeanzeigen einsetzt und die relevanten KPIs misst, kann Schwachstellen systematisch erkennen.

Dabei sollte der Funnel nicht als starres Modell verstanden werden. Moderne Customer Journeys sind häufig nicht linear. Nutzer wechseln zwischen Suchmaschinen, Social Media, Websites, Vergleichsportalen, E-Mail und persönlichen Gesprächen.

Der Sales Funnel ist deshalb vor allem ein Werkzeug zur Strukturierung, Messung und Optimierung deines Marketing- und Vertriebsprozesses.