LLaMA ist eine Familie großer Sprachmodelle (Large Language Models, LLMs) von Meta. Die Modelle können Texte verstehen und erzeugen und lassen sich unter anderem für Chatbots, Programmierung, Zusammenfassungen, Übersetzungen, Datenanalyse und die Entwicklung eigener KI-Anwendungen einsetzen.
Seit der ersten Veröffentlichung im Jahr 2023 hat sich LLaMA von einem vergleichsweise kompakten Forschungsmodell zu einer leistungsfähigen Modellfamilie mit multimodalen Fähigkeiten und sehr großen Kontextfenstern entwickelt.
2026 ist allerdings eine wichtige Unterscheidung notwendig: LLaMA 4 ist weiterhin die aktuelle LLaMA-Generation, während Meta mit Muse Spark inzwischen eine neue Modellfamilie eingeführt hat. Muse Spark ist nicht einfach „LLaMA 5“, sondern eine eigenständige Modellfamilie von Meta Superintelligence Labs.

Was ist LLaMA?
LLaMA steht für Large Language Model Meta AI und bezeichnet die von Meta entwickelten Sprachmodelle. Sie gehören zur Familie der generativen KI und können anhand von Eingaben eigene Texte und andere Ausgaben erzeugen.
LLaMA wurde insbesondere deshalb bekannt, weil Meta Modellgewichte für Entwickler und Forschungsgemeinschaften zugänglich machte. Dadurch konnten Unternehmen, Entwickler und Forscher die Modelle selbst betreiben, anpassen und in eigene Anwendungen integrieren.
Die Modelle können beispielsweise für folgende Aufgaben eingesetzt werden:
- Texte erstellen und überarbeiten
- Fragen beantworten
- Dokumente zusammenfassen
- Informationen aus Texten extrahieren
- Programmcode erzeugen und erklären
- Chatbots entwickeln
- Inhalte klassifizieren
- eigene KI-Anwendungen entwickeln
- Bilder und andere multimodale Inhalte verarbeiten
Ein wesentlicher Vorteil gegenüber ausschließlich cloudbasierten KI-Diensten besteht darin, dass bestimmte LLaMA-Modelle selbst gehostet und in die eigene technische Infrastruktur integriert werden können.
Die Entwicklung von LLaMA 1 bis LLaMA 4
Die Entwicklung von LLaMA lässt sich in mehrere Generationen unterteilen.
LLaMA 1
Die erste LLaMA-Version erschien im Februar 2023. Meta stellte Modelle mit unterschiedlichen Größen von 7 bis 65 Milliarden Parametern vor.
LLaMA 1 war zunächst vor allem auf Forschung ausgerichtet und wurde unter einer eingeschränkten Lizenz bereitgestellt. Trotzdem sorgte das Modell für großes Interesse, weil es zeigte, dass leistungsfähige Sprachmodelle auch mit vergleichsweise weniger Parametern betrieben werden konnten.
LLaMA 2
Im Juli 2023 veröffentlichte Meta LLaMA 2. Die Modellfamilie umfasste Varianten mit 7, 13 und 70 Milliarden Parametern.
LLaMA 2 war für die Entwicklung des offenen KI-Ökosystems besonders wichtig. Neben den Basismodellen stellte Meta auch auf Dialoge optimierte Varianten bereit.
Mit Code Llama folgte außerdem eine Variante, die speziell auf Programmieraufgaben ausgerichtet war.
LLaMA 3 und LLaMA 3.1
2024 folgten LLaMA 3 und anschließend LLaMA 3.1. Die Modelle verbesserten insbesondere Sprachverständnis, Schlussfolgerungen, Programmierung und die Verarbeitung längerer Kontexte.
LLaMA 3.1 wurde unter anderem in einer sehr großen Variante mit 405 Milliarden Parametern angeboten und erreichte damit eine neue Größenordnung innerhalb der Modellfamilie.
LLaMA 3.2 und LLaMA 3.3
Mit LLaMA 3.2 entwickelte Meta die Modellfamilie weiter in Richtung multimodaler Anwendungen. Bestimmte Varianten konnten neben Text auch Bilder verarbeiten.
LLaMA 3.3 ergänzte die Modellfamilie um weitere leistungsfähige Varianten und zeigte gleichzeitig, dass hohe Leistung nicht zwangsläufig ein extrem großes Modell voraussetzt.
LLaMA 4
Im April 2025 stellte Meta LLaMA 4 Scout und LLaMA 4 Maverick vor. Beide Modelle sind nativ multimodal und können unter anderem Text und Bilder verarbeiten. Außerdem setzt LLaMA 4 erstmals innerhalb der LLaMA-Familie auf eine Mixture-of-Experts-Architektur (MoE).
LLaMA 4 Scout besitzt 17 Milliarden aktive Parameter und insgesamt 109 Milliarden Parameter. Besonders bemerkenswert ist das Kontextfenster von bis zu 10 Millionen Tokens. Meta gibt außerdem an, dass Scout mit quantisierter Darstellung auf einer einzelnen NVIDIA H100 betrieben werden kann.
LLaMA 4 Maverick besitzt ebenfalls 17 Milliarden aktive Parameter, insgesamt jedoch 400 Milliarden Parameter und 128 Experten. Das Modell ist auf hohe Leistung bei multimodalen Aufgaben und gleichzeitig effiziente Inferenz ausgelegt.
Meta stellte außerdem LLaMA 4 Behemoth als deutlich größeres Teacher-Modell vor. Es wurde für das Training und die Weiterentwicklung anderer Modelle eingesetzt.
Welche LLaMA-Modelle gibt es 2026?
Stand August 2026 ist LLaMA 4 die aktuelle LLaMA-Generation. Auf Metas offizieller LLaMA-Plattform werden insbesondere LLaMA 4 Scout und LLaMA 4 Maverick als aktuelle Modelle der LLaMA-Familie geführt.
| Modell | Aktueller Stellenwert | Besonderheit |
|---|---|---|
| LLaMA 3.3 | weiterhin relevant | leistungsfähiges Textmodell |
| LLaMA 4 Scout | aktuelle LLaMA-Generation | multimodal, 10-Millionen-Token-Kontext |
| LLaMA 4 Maverick | aktuelle LLaMA-Generation | multimodal, Mixture of Experts |
| LLaMA 4 Behemoth | Teacher-/Forschungsmodell | sehr großes Modell für Modelltraining |
Wichtig ist dabei: Ein offiziell veröffentlichtes „LLaMA 5“ ist derzeit nicht die aktuelle Modellbezeichnung von Meta. Stattdessen hat Meta 2026 eine neue Modellfamilie unter dem Namen Muse eingeführt.
Muse Spark: Die neue Modellfamilie von Meta
Im April 2026 stellte Meta mit Muse Spark die erste Modellfamilie von Meta Superintelligence Labs vor. Muse Spark ist damit nicht einfach eine neue Bezeichnung für LLaMA, sondern eine eigenständige Modellgeneration.
Muse Spark wurde als multimodales Reasoning-Modell entwickelt. Es unterstützt unter anderem:
- Text- und Bildverarbeitung
- Schlussfolgerungen und komplexe Aufgaben
- Tool-Nutzung
- Multi-Agenten-Orchestrierung
- Programmierung
- agentische Workflows
Meta beschreibt Muse Spark als einen Schritt in Richtung persönlicher KI-Systeme, die nicht nur Antworten erzeugen, sondern Aufgaben planen und mit verschiedenen Werkzeugen ausführen können.
Damit verschiebt sich der Schwerpunkt von klassischen Sprachmodellen zunehmend hin zu KI-Agenten, die mehrere Schritte selbstständig ausführen können.
Muse Spark 1.1: Das aktuelle Meta-Modell 2026
Im Juli 2026 veröffentlichte Meta Muse Spark 1.1. Es handelt sich um die aktuellste von Meta vorgestellte Version der Muse-Spark-Familie.
Muse Spark 1.1 wurde gegenüber der ersten Version insbesondere bei Coding, Tool-Nutzung, Computersteuerung und multimodalem Verständnis verbessert. Das Modell kann komplexe Aufgaben planen und dabei mehrere spezialisierte Subagenten koordinieren.
Ein Beispiel für den neuen Ansatz ist die Programmierung: Muse Spark 1.1 kann laut Meta komplexe Fehler in größeren Codebasen analysieren, Änderungen implementieren und die Ergebnisse anschließend überprüfen. Auch visuelle Informationen können dabei in den Workflow einbezogen werden.
Seit Juli 2026 können Entwickler Muse Spark 1.1 außerdem über die Meta Model API testen und in eigene Anwendungen integrieren. Meta stellt dafür eine OpenAI-SDK-kompatible Schnittstelle bereit.
LLaMA vs. Muse Spark: Was ist der Unterschied?
LLaMA und Muse Spark sollte man 2026 nicht einfach als zwei identische Modellreihen betrachten.
LLaMA steht weiterhin für Metas bekannte Modellfamilie mit öffentlich verfügbaren Modellgewichten und einem starken Fokus auf Entwickler, Forschung und eigene Deployments. LLaMA 4 Scout und Maverick sind multimodal und setzen bereits auf moderne Architekturen wie Mixture of Experts.
Muse Spark verfolgt dagegen stärker den Ansatz eines modernen, agentischen KI-Systems. Im Mittelpunkt stehen Reasoning, Tool-Nutzung, Computersteuerung und die Zusammenarbeit mehrerer Agenten.
Vereinfacht gesagt:
- LLaMA: offene Modellfamilie für Entwickler und eigene KI-Anwendungen
- LLaMA 4: multimodale Modelle mit MoE und sehr langen Kontexten
- Muse Spark: neue Modellfamilie mit Schwerpunkt auf Reasoning und agentischen Aufgaben
- Muse Spark 1.1: aktuelle Weiterentwicklung mit stärkeren Coding-, Tool- und Computer-Use-Funktionen
Wofür kann man LLaMA verwenden?
LLaMA-Modelle lassen sich für zahlreiche professionelle und technische Anwendungen einsetzen.
Chatbots und Kundenservice
Unternehmen können LLaMA verwenden, um eigene Chatbots und digitale Assistenten zu entwickeln. Ein Unternehmen kann beispielsweise interne Dokumente mit einem Sprachmodell verbinden und einen Assistenten erstellen, der Fragen zu Produkten, Prozessen oder Dokumentationen beantwortet.
Texterstellung und Zusammenfassungen
LLaMA kann Texte erstellen, zusammenfassen oder umformulieren. Besonders bei großen Mengen an Dokumenten kann die automatische Zusammenfassung Zeit sparen.
Mögliche Anwendungen sind:
- Zusammenfassungen von Dokumenten
- Produkttexte
- interne Wissensdatenbanken
- E-Mail-Entwürfe
- Inhaltsklassifizierung
- Extraktion strukturierter Informationen
Programmierung
LLaMA-Modelle können Entwickler bei der Programmierung unterstützen. Dazu gehören beispielsweise Codegenerierung, Fehleranalyse, Dokumentation und die Erklärung bestehender Codeabschnitte.
Mit den moderneren agentischen Modellen von Meta geht der Anwendungsbereich noch weiter: KI-Systeme können nicht nur Code vorschlagen, sondern zunehmend mehrere Arbeitsschritte selbstständig ausführen.
Multimodale Anwendungen
LLaMA 4 wurde von Meta als nativ multimodale Modellfamilie entwickelt. Dadurch können entsprechende Modelle nicht nur Text, sondern auch visuelle Informationen verarbeiten.
Das eröffnet beispielsweise Möglichkeiten für:
- Bildanalyse
- Dokumentenanalyse
- visuelle Frage-Antwort-Systeme
- Bild- und Textkombinationen
- Analyse umfangreicher Dokumentensammlungen
LLaMA lokal ausführen
Ein großer Vorteil vieler LLaMA-Modelle besteht darin, dass sie nicht ausschließlich über einen externen Chatdienst genutzt werden müssen. Modelle können je nach Variante und Hardware lokal oder auf eigenen Servern betrieben werden.
Für die lokale Ausführung kommen beispielsweise Frameworks und Anwendungen wie Ollama, PyTorch, Transformers oder verschiedene Inferenzserver infrage.
Wie viel Hardware benötigt wird, hängt stark vom Modell, der Quantisierung und dem konkreten Anwendungsfall ab.
Ein kleines Modell kann auf leistungsfähiger Consumer-Hardware betrieben werden, während größere Varianten mehrere GPUs oder entsprechend ausgestattete Server benötigen.
Gerade bei der lokalen Nutzung solltest du deshalb nicht nur die Anzahl der Parameter betrachten. Entscheidend sind unter anderem:
- GPU-Speicher
- Quantisierung
- Kontextlänge
- Geschwindigkeit der Inferenz
- Anzahl gleichzeitiger Nutzer
- Größe des Modells
- Anforderungen an die Antwortqualität
Meta stellt LLaMA-Modelle direkt sowie über verschiedene Partner und Plattformen bereit. Dazu gehören unter anderem Hugging Face und weitere Cloud- und Infrastrukturpartner.
Ist LLaMA Open Source?
LLaMA wird häufig als Open-Source-KI bezeichnet. Technisch ist diese Bezeichnung allerdings mit Vorsicht zu verwenden.
Meta stellt bei den LLaMA-Modellen Modellgewichte und umfangreiche Entwicklerressourcen bereit, die Nutzung erfolgt jedoch unter den jeweils geltenden Lizenzbedingungen. Deshalb solltest du vor einem kommerziellen Einsatz immer die konkrete Lizenz des verwendeten Modells prüfen.
Auch die Begriffe Open Source, Open Weight und kostenlos nutzbar sind nicht identisch.
Bei einem Open-Weight-Modell erhältst du beispielsweise Zugriff auf die trainierten Modellgewichte. Das bedeutet nicht automatisch, dass keinerlei Nutzungsbedingungen oder Einschränkungen gelten.
Für Unternehmen ist daher entscheidend, die Lizenz des jeweiligen Modells zu prüfen, bevor es in ein kommerzielles Produkt integriert oder weiterverbreitet wird.
LLaMA 2026: Fazit
LLaMA gehört weiterhin zu den wichtigsten Modellfamilien im Bereich der offenen beziehungsweise zugänglichen KI-Modelle. Mit LLaMA 4 Scout und Maverick hat Meta multimodale Modelle mit Mixture-of-Experts und sehr langen Kontextfenstern eingeführt.
Gleichzeitig hat sich Metas KI-Strategie 2026 weiterentwickelt. Mit Muse Spark und Muse Spark 1.1 steht inzwischen eine neue Modellfamilie im Mittelpunkt, die stärker auf Reasoning, Tool-Nutzung, Coding und agentische Aufgaben ausgerichtet ist.
Wenn du dich 2026 mit Meta-KI beschäftigst, solltest du deshalb zwischen den beiden Familien unterscheiden: LLaMA ist weiterhin die etablierte Modellfamilie von Meta, während Muse Spark die neuere Generation für anspruchsvolle multimodale und agentische Anwendungen darstellt.







